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Constructive Alps

(c) L. Henriod

Zum vierten Mal schreiben Liechtenstein und die Schweiz den Preis «Constructive Alps» aus. Mit dem Wettbewerb werden Bauobjekte und Sanierungen ausgezeichnet, die in vorbildlicher Weise für eine nachhaltige Architektur in den Alpen stehen.

Ein neues oder umgebautes Gebäude muss den Bedürfnissen von Nutzerinnen und Nutzern entsprechen, zugleich soll es wirtschaftlich sein und modernen technischen Ansprüchen genügen. Die diesjährige Ausschreibung des Preises «Constructive Alps» sucht Bauten und Sanierungen, die Ästhetik und Nachhaltigkeit im alpinen Raum verbinden. Mit dem zum vierten Mal ausgeschriebenen Architekturpreis wollen Liechtenstein und die Schweiz unter anderem zur Umsetzung des Klimaaktionsplans der Alpenkonvention beitragen (siehe Kasten). Die Ausschreibung wird in der Schweiz vom Bundesamt für Raumentwicklung ARE betreut.

Die Ansprüche an ein nachhaltiges Bauprojekt in den Alpen sind vielfältig. Dabei geht es um Fragen wie die Erschliessung der Liegenschaft mit dem öffentlichen Verkehr, die Art der Energieversorgung, die verwendeten Baumaterialien, den Umgang mit der Landschaft sowie die architektonische Qualität. Auch die Einbettung des Gebäudes in den räumlichen, sozialen und kulturellen Kontext spielt eine Rolle. So sind etwa die Bedeutung des Bauwerks für die Region und dessen Auswirkungen auf die Nutzerinnen und Nutzer Kriterien des Wettbewerbs.

Dass diese hohen Ansprüche eingelöst werden können, zeigen die Preisträger der letzten Ausschreibung. Das Pfarrhaus in Krumbach im Bregenzerwald (A), das mit dem ersten Preis ausgezeichnet wurde, bietet Wohnraum bei wenig Flächenverbrauch und belebt das Dorf als Kultur- und Gemeindezentrum. Die mit dem zweiten Preis prämierten historischen Bauten in Valendas im Bündner Vorderrheintal, das Türalihus und das Gasthaus am Brunnen, zeigen mustergültig, wie nachhaltiger Tourismus, gesellschaftliches Leben und die Pflege des historischen Erbes einander stärken können. Die Casa Riga in Comano Terme, ein Dorf im Trentino (I), erhielt den dritten Preis für seine innovative Bauweise. Es befindet sich teilweise im Erdboden und belastet daher die Umwelt kaum, bietet seinen Feriengästen aber gleichwohl viel Aussicht.

Eingabefrist für «Constructive Alps» ist der 20. Januar 2017. Die Gewinner werden am 20. Oktober 2017 im Rahmen der Preisverleihung in Bern bekannt gegeben. www.constructivealps.net

«Constructive Alps»

Die Schweiz und Liechtenstein vergeben gemeinsam den «Internationalen Preis für nachhaltiges Sanieren und Bauen in den Alpen, Constructive Alps». Die Universität Liechtenstein unterstützt die Jury bei der Prüfung der Objekte. Die  CIPRA begleitet «Constructive Alps» fachlich und organisatorisch.

www.constructivealps.net

alpMonitor

Alpenkonvention und Klimaaktionsplan

«Constructive Alps 2015» ist ein Beitrag der Schweiz und Liechtensteins zur Umsetzung der Alpenkonvention und des Klimaaktionsplans. Die Alpenkonvention ist weltweit das erste völkerrechtlich verbindliche Übereinkommen für die nachhaltige Entwicklung einer Bergregion. Die acht Alpenstaaten und die Europäische Union haben einen Klimaaktionsplan verabschiedet, wonach die Alpen Modellregion für eine Abschwächung des Klimawandels und die Anpassung daran werden sollen.