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CIPRA Jahresfachtagung 2001

Die EU und die Alpen

Jahresfachtagung der CIPRA, Chambéry 25.-26. Oktober 2001, Kongresszentrum "Le Manège"

Wie steht es um die Beziehungen zwischen der Europäischen Union und den Alpen, jetzt wo acht Protokolle zur Umsetzung der Alpenkonvention unterzeichnet sind - zehn Jahre nach der Unterzeichnung der Alpenkonvention durch die acht Alpenstaaten und die Europäische Union?

Auch wenn die Neuorientierung in der Regionalpolitik der EU besser zu den Prinzipien der Alpenkonvention zu passen scheint, war diese Politik lange gleichbedeutend mit der infrastrukturellen Entwicklung von Strassen oder Industrie, die den regionalen Gegebenheiten nicht immer angepasst ist.

Welche Rezepte hat Europa für die Alpen?

Über welche Mittel verfügt Europa, um die Prinzipien eines Textes, der von den Europaparlamentariern und denen der verschiedenen Alpenländer ratifiziert ist, konkreter umzusetzen? Wie wichtig wird dieses Ziel genommen und welche Mittel werden eingesetzt, um es zu erreichen? Dies sind die Fragen, über die wir im Lauf der Tagung sprechen wollen. Die EU engagiert sich heute sehr stark bei der Definition einer Politik der Regionen. In diesem Zusammenhang verfügen die Alpen mit der Alpenkonvention bereits über eine Vorgabe. Die Akteure sind dabei sowohl Nicht-Mitgliedsländer der EU als auch Länder, die bereits Mitglied sind oder aufgenommen werden möchten. Sie nehmen an der Definition einer neuen europäischen Dimension teil, die in Zukunft zu berücksichtigen sein wird.

Die Realität einer "Region Alpen" verstehen

Die erste Einführung wird sich mit dem geographischen Aspekt auseinander setzen. Die Alpen sind in Europa eine vollwertige Region. Als Grenzland und natürliches "Hindernis" sind sie auch ein Ort des kulturellen Austauschs, wo die tatsächlichen Grenzen nicht immer den Linien auf einer Karte entsprechen. Über die historischen, sozialen, kulturellen und ökologischen Aspekte werden wir versuchen, die Realität einer "Region Alpen" zu verstehen oder zumindest anzusprechen. Die zweite Einführung ist eher praktisch orientiert und wird sich mit den Definitionen für die zu behandelnden Themen beschäftigen. Wie werden die Regionen in der europäischen Politik berücksichtigt, welche Förderungen gibt es, wie werden sie in einem geographischen oder kulturellen Bezug angewendet? Sieht die Politik der EU vor, auch mehrere Länder als eine "Region" anzuerkennen, und wenn ja, welche Beziehungen ergben sich zu Nicht-Mitgliedsstaaten? Auf diese Fragen wird ein Experte für europäische Politik Auskunft geben.

Zwei bedeutsame Beispiele: Regionalentwicklung und Landwirtschaft

Um das Engagement im Bereich der Umsetzung einer "alpinen" Politik der europäischen Union besser zu verstehen, werden zwei zentrale Themen behandelt: die Regionalentwicklung und die Landwirtschaft. Diese zwei Themen bilden heute den Schwerpunkt der Arbeit und des finanziellen Engagements der EU. Hier werden 80% des jährlichen Budgets der Union ausgegeben. Dennoch berücksichtigen die angewandten Strategien die Alpen nur sehr wenig und übersehen die Notwendigkeit einer konsequenten Politik zum Schutzes. Es sei denn, das Programm Interreg IIIB schafft dieser Situation Abhilfe...

Drei konkrete Fragen

Für jedes der beiden Themen sind drei ExpertInnen eingeladen, zu einer der folgenden Fragen zu sprechen:

  • Wie geht die EU vor, welche Leitlinien gibt es und welche Massnahmen sind bezüglich der Politik in den Alpen vorgesehen?
  •  Wie ist die tatsächliche Situation vor Ort, wie steht es mit der Umsetzung dieser europäischen Politik?
  •  Welche Themen sind am brennendsten für eine Lösung der Probleme in den Alpen, und welche Lösungsentwürfe gibt es zur Umsetzung?

 

Programm

Donnerstag, 25. Oktober

18.00 Uhr Eröffnung
Eröffnung durch den Präsidenten der CIPRA International
Präsentation des Themas durch den Präsidenten von CIPRA Frankreich
Reden politischer Persönlichkeiten

Freitag, 26. Oktober

09.10 Uhr Einführungen
Claude Raffestin, Professor an der Universität Genf/CH
Françoise Gebraux, Professorin am Institut für Politische Studien Grenoble/F

09.50 Uhr Regionalentwicklung

Wie geht die EU vor, welche Leitlinien gibt es und welche Massnahmen sind bezüglich der Politik in den Alpen vorgesehen?
Philippe Kaprielian, Mitglied des Koordinationsdienstes der Generaldirektion " Regionalpolitik",
Europäische Kommission - Brüssel

Wie ist die tatsächliche Situation vor Ort, wie steht es mit der Umsetzung dieser europäischen Politik?
Enrico Borghi, Präsident der Unione nazionale Comuni Comunità Enti Montani (UNCEM), Piemont/I

Welche Themen sind am brennendsten für eine Lösung der Probleme in den Alpen, und welche Lösungsentwürfe gibt es zur Umsetzung?
Manfred Pils, Sekretär der Naturfreunde International, Wien/A

11.20  Uhr Diskussion und erste Schlussfolgerungen zum Thema

14.00 Uhr  Landwirtschaft

Wie geht die EU vor, welche Leitlinien gibt es und welche Massnahmen sind bezüglich der Politik in den Alpen vorgesehen?
Claire Sauvaget, Referatsleiterin des Dienstes "Kohärenz der Maßnahmen für die Entwicklung des ländlichen Raums" der Generaldirektion "Landwirtschaft", Europäische Kommission - Brüssel

Wie ist die tatsächliche Situation vor Ort, wie steht es mit der Umsetzung dieser europäischen Politik?
Charles Galvin, Abgeordneter des Parlaments des Departements Isère, La Mure/F
Erwin Stucki, Agronomieingenieur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule Lausanne/CH

Welche Themen sind am brennendsten für eine Lösung der Probleme in den Alpen, und welche Lösungsentwürfe gibt es zur Umsetzung?
Philippe Fleury, Koordinator des europäischen Programmes Sagri-Alp am SUACI/GIS französische Nordalpen, Chambéry/F

15.00  Uhr Diskussion und erste Schlussfolgerungen zum Thema

16.30 Uhr Zusammenfassung, Schlussfolgerungen
Moderierte Präsentation der Zusammenfassung des Tages, erste Schlussfolgerungen und mögliche Empfehlungen aus den Diskussionen, eventuell unter Anwesenheit von zwei Fachleuten, die für die Einführungen am Morgen eingeladen wurden.

17.00 Uhr Abschluss
Rede des französischen Ministers für Raumordnung und Umwelt,
gefolgt von Andreas Weissen, Präsident von CIPRA-International

Für die Leitung der Diskussionen nach diesen Einführungen haben wir einen heraussragenden Moderator gewinnen können : Philippe Descamps, Chefredakteur Montagnes Magazine

Konferenzsprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Slowenisch (Simultanübersetzung).

Organisation: CIPRA France

Weiterführende Dokumente

  • Tagungsband 2001 Mehr