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Wie alles begann...

Die CIPRA in den Startlöchern

In Rottach/Egern wurde der Grundstein für eine internationale Alpenschutzkommission gelegt. Von links nach rechts: Hans Krieg, Gustav Pichler, Edith Ebers, Paul Eipper, Renzo Videsott, W. Grimm, Wolfgang Burhenne, Charles Jean Bernard, H. W. Frickinger, F

Die Internationale Alpenschutzkommission wurde am 5. Mai 1952 in Rottach/Egern/D gegründet. Die Idee zur Gründung wurde in der Internationalen Naturschutz-Union (IUCN) geboren. Unmittelbarer Auslöser waren geplante Grossprojekte im Nationalpark Gran Paradiso/I.

Der Direktor des italienischen Nationalparks Gran Paradiso, Renzo Videsott, wies auf der Generalversammlung der IUCN in Brüssel 1950 auf verschiedene Naturschutzprobleme im Nationalpark und in italienisch- schweizerischen Grenzgebieten hin (z.B. geplante Wasserkraftwerke). Ihm war besonders der Schutz gefährdeter Tierarten (Steinbock, Bär) ein Anliegen, sodass er eine grenzüberschreitende Zusammenarbeit vorschlug. Auf der Generalversammlung in Den Haag 1951 stand dieses Thema erneut zur Debatte. Es wurde nun erkannt, dass gerade in Zeiten des grossen Wirtschaftswachstums alle Alpenländer mit ähnlichen Problemen konfrontiert wurden. Edith Ebers, die Hauptinitiatorin der Gründung, erinnert sich in einem Brief an Willy A. Plattner 1969: "Wie ich schon erzählte, erfuhr man dort – noch in der Stimmung nach dem furchtbaren Kriege und der [...] Nazizeit, dass allerhand Grossangriffe auf die Natur geplant wurden. So war man bei uns daran, alle Flüsse und Seen zu verplanen, in Frankreich sollten Flüsse abgelenkt werden, in Österreich wollte man die Krimmler Wasserfälle zerstören und [...] in Italien einen Leuchtturm auf das Matterhorn bauen."

Gründungsversammlung – 5. Mai 1952 in Rottach/Egern/D

In IUCN-Kreisen kam es zu keiner schnellen Lösung der anstehenden Probleme. Daher ergriffen zwei deutsche Organisationen, der Bund Naturschutz in Bayern und die Schutzgemeinschaft Deutsches Wild, die Initiative und sprachen eine Einladung an die beteiligten Länder aus. Am 5. Mai 1952 kam es in Rottach/Egern am Tegernsee zur Gründung eines Vorbereitenden Ausschusses einer Internationalen Alpenkommission. Anwesend waren Delegierte aus der Schweiz, Deutschland, Österreich, Frankreich und Italien. Das damalige Jugoslawien entsandte noch keinen Vertreter, bekundete aber in einer schriftlichen Erklärung sein grundsätzliches Interesse an einer Mitarbeit. Als Programmpunkte wurden die Erhaltung der Lebensräume und der Tier- und Pflanzenwelt in den Alpen sowie der Einfluss des Tourismus auf Landschaft, Pflanzen und Tiere definiert.

Die CIPRA und die IUCN

Die CIPRA hatte von Anfang an eine sehr enge Bindung an die IUCN (International Union for the Protection of Nature). Diese wurde 1948 in Fontainebleau/F gegründet. Erster Präsident der IUCN war Charles Jean Bernard, der 1952 auch zum ersten Präsidenten der CIPRA gewählt wurde. Als Sekretär stand ihm bei der CIPRA Wolfgang Burhenne zur Seite, der ebenfalls in der IUCN tätig war. Noch im Jahre 1952 trat die CIPRA als Mitglied der IUCN bei. Trotzdem blieb die CIPRA eine selbständige Organisation, für die ein eigenes Reglement ausgearbeitet wurde.