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    Jahr der Berge 2002: Alpenschutzkommission CIPRA zieht Bilanz

    25.01.2003 Als größter Erfolg wird die Ratifizierung der 8 Alpenkonventionsprotokolle von Deutschland, Liechtenstein und Österreich gewertet

    Der Präsident der deutschen Vertretung der Alpenschutzkommission, Stefan Köhler, hat eine überwiegend positive Bilanz zum gerade abgelaufenen Internationalen Jahr der Berge 2002 gezogen. Als Erfolg bewertet Köhler, dass Deutschland, Österreich und Liechtenstein die acht Durchführungsprotokolle zur Alpenkonvention ratifiziert hätten. Das Vertragswerk konnte am 19. Dezember 2002 zumindest für diese drei Staaten endgültig in Kraft treten und sei nun für alle relevanten Planungen im Sinne des Völkerrechts bindend. CIPRA-Deutschland selbst habe 2002 in guter und konstruktiver Zusammenarbeit mit den Vereinten Nationen, der Bundesregierung und dem Freistaat Bayern eine vielbeachtete und von Vertretern aus 31 Nationen besuchte Internationale Konferenz zur Alpenkonvention in Berchtesgaden durchgeführt. Da es sich nicht um das Jahr der Alpen, sondern das Internationale Jahr der Berge gehandelt hatte, habe man ganz gezielt den Dialog mit anderen Gebirgsregionen gesucht.

    Köhler warnte davor, dass nach Ende des Jahres der Berge das politische und öffentliche Interesse an den Bergen wieder erlöschen könnte. Probleme wie der fortschreitende Klimawandel müssten dagegen noch vehementer als bisher verfolgt werden. Der rasante Gletscherschwund sowie zunehmende Extremwetterereignisse wie sintflutartige Niederschläge und verheerende Stürme seien eine große Gefahr für den Alpenraum und für andere Gebirgsregionen dieser Welt. „Wenn das politische und öffentliche Interesse an Gebirgsregionen nach 2002 wieder herabgefahren würde, wäre das sicher ein Fehler.“

    Köhler hofft, dass infolge steigenden internationalen Drucks auch die restlichen fünf Alpenländer die Protokolle akzeptieren. Vor allem die Schweiz und Frankreich, aber auch Italien befürchteten zu Unrecht, dass die Alpenkonvention weiteren Entwicklungsmöglichkeiten einen Riegel vorschieben könnte. „Die Konvention ist nicht ausschließlich ein reines Schutzinstrument“, sagt Köhler. Sie schließe auch die „ökonomische Dimension“ ein und berücksichtige, die Alpen als Lebensraum und Arbeitsstätte vieler Menschen nachhaltig weiterzuentwickeln.

    Als positiven Schritt sieht Köhler auch die Entscheidung, im Jahr 2003 das ständige Sekretariat der Alpenschutzkommission in Innsbruck einzurichten. Das Büro habe die Aufgabe, über Fortschritte und Defizite bei der konkreten Umsetzung der Alpenkonvention zu berichten. „Wir hoffen, dass dadurch auch der Druck auf die Staaten steigt, welche die Protokolle noch nicht verabschiedet haben.“ Diejenigen, die ein solch modernes Instrumente wie die Alpenkonvention nicht nutzten, müssten entsprechend „motiviert“ werden.

    Um die politische Akzeptanz noch weiter zu erhöhen, will die deutsche Vertretung der Alpenschutzkommission erreichen, dass einschlägige europäische Förderprogramme wie das Interreg III B-Alpenraumprogramm in Zukunft mit der Alpenkonvention verknüpft werden. „Fördermittel etwa für ökologische Verkehrskonzepte, Berglandwirtschaft, nachhaltigen Tourismus oder Direktvermarktung dürfen seitens der EU nur an jene Staaten ausgeschüttet werden, welche die entsprechenden Durchführungsprotokolle auch ratifiziert haben.“

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