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SzeneAlpen Nr. 107 - «Gemeingut Alpen»

Bausteine für eine Wirtschaft im Wandel

Wirtschaftliche Absicherung ist für uns alle wichtig, wird aber leider immer als einziger Indikator für Lebensqualität herangezogen. Das greift zu kurz, da Lebensqualität nicht nur in ökonomischen Kennzahlen wie Geld, Besitz oder einem Bruttoinlandsprodukt messbar ist. Natur, saubere Luft, soziale Kontakte, Reisefreiheit, Gesundheit sind genauso wichtig. Während des Corona-Lockdowns wurde uns das so deutlich wie nie zuvor.

Modelle zur ganzheitlichen Betrachtung von Lebensqualität gibt es, zum Beispiel den «Better Life Index» der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) oder die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen. Als globale Vergleichswerte werden sie von politischen Entscheidungsträgern noch zu wenig beachtet. Mit der Coronakrise haben wir jetzt die Chance, nach einer ersten Stabilisierungsphase eine nachhaltige Wirtschaft aufzubauen. Diese darf sich nicht mehr dem Wachstumszwang ausliefern, sondern muss eine gute Lebensqualität für alle und einen nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen ins Zentrum stellen. Diejenigen, die auf Kosten der Gesundheit von Menschen und Natur wirtschaften, müssen dafür auch finanziell aufkommen. Ein sozial-ökologischer Umbau ist notwendig. Bausteine dafür gibt es viele, wie die Stärkung der solidarischen Ökonomie, die Ausweitung der Commons oder eine konsequent umgesetzte Kreislaufwirtschaft.
Die Wirtschaft auf nachhaltige Weise neu aufzubauen, fordert uns als ProduzentInnen genauso wie als KonsumentInnen. Neue Verhaltensweisen gelingen nur dann, wenn wir den Mut haben, Neues zu wagen. Wir müssen sie üben wie ein Musikinstrument oder eine Fremdsprache. Welche Konzepte bereits funktionieren und wie gute Lebensqualität mit nachhaltigem Wirtschaften einhergeht, zeigen wir Ihnen in dieser Ausgabe der SzeneAlpen.

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