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Absurder Grenzstreit wegen Gletscherschmelze: Diese italienische Schutzhütte liegt nun auf Schweizer Boden. (c) wikimedia, Franco56

Eine italienische Schutzhütte wird unfreiwillig zur Schweizerin – der Klimawandel machts möglich: Ein abschmelzender Gletscher in den Walliser Alpen verändert nämlich den Grenzverlauf zwischen der Schweiz und Italien. Deshalb liegt das italienische Rifugio Guide del Cervino nun in eigentlich zu zwei Dritteln in der Schweiz, was für rege Diskussionen zwischen den VertreterInnen der Grenzkommission der beiden Länder sorgt. Stein des Anstosses ist die Kammlinie. Das ist jene Linie, von der aus das Wasser des Gletschers zu beiden Seiten hin abfliesst. Sie markiert seit dem 19. Jahrhundert die Grenze. In knapp 3´500 Metern Höhe, wo die italienische Schutzhütte steht, hat sich diese Kammlinie wegen der Gletscherschmelze in Richtung Schweiz verschoben. Das stellte das Schweizer Bundesamt für Landestopografie fest und schlug einen Landabtausch vor: Der «neue» Schweizer Boden sollte den Italienern überlassen werden, damit deren Hütte auf italienischem Gebiet bleiben kann. Im Gegenzug würden die Schweizer 650 Quadratmeter Fläche an einer anderen, weit entfernten Stelle der Grenze zu Italien bekommen. Die Hütte selbst habe sich ja nicht verschoben, argumentiert dagegen der italienische Chef der Grenzkommission, daher liege sie weiterhin in Italien. Somit gebe es auch keinen Grund, Land herzugeben. Im Mai findet das nächste Treffen der Grenzkommission statt. Ein absurder Streit, der sich mit etwas Geduld bis zum Ende des Jahrhunderts von selbst löst. Denn spätestens da werden alle Gletscher in den Alpen endgültig abgeschmolzen sein.

 

Quelle: www.nzz.ch/panorama/neue-landesgrenze-schweiz-und-italien-streiten-im-hochgebirge-ld.1546141?reduced=true