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Palmen auf dem Vormarsch in Richtung Alpen

Kaum eine andere Pflanze wird so eng mit einem wärmeren Klima in Beziehung gebracht wie die Palme. Kürzlich veröffentlichte Forschungsresultate zeigen, dass die Hanfpalme am Süd- und Nordrand der Alpen in immer höher gelegenen Gebieten und auch im Freiland gut gedeiht.
In den 50er Jahren war die Kultur der aus Asien eingeführten Hanfpalme südlich der Alpen nur bis in eine Höhe von rund 800 Meter möglich. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass mittlerweile die Palmen nicht nur auf der Alpensüdseite in noch höher gelegenen Gärten die Winter der letzten Jahrzehnte gut überstanden haben, sondern immer häufiger auch in Gärten nördlich der Alpen im Freien gepflanzt werden. Für die nur mehr sporadisch auftretenden kurzen Perioden mit Temperaturen unter -10 °C sei für die Hanfpalme nur noch ein geringer Winterschutz nötig.
Die Palmen gedeihen mittlerweile so gut, dass sie auch in Wäldern Fuss fassen und nur ein extremer Winter sie zurückdrängen könnte. Dies sei das Resultat der milden Winter der vergangenen zwei bis drei Jahrzehnte, so eine in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift Botanica Helvetica veröffentlichte Studie. So finde man Waldabschnitte an südexponierten Hängen entlang der südschweizer und norditalienischen Seen, in denen Palmen gut gedeihen und sich in Konkurrenz zu den einheimischen Arten etablieren.
Nach Aussage des Autors der Studie, Gian-Reto Walther vom Institut für Geobotanik der Universität Hannover/D, ist die Hanfpalme damit ein symbolträchtiges Beispiel für die biologischen Veränderungen, die die globale Klimaerwärmung mit sich bringt. Weitere Veränderungen in diesem Zusammenhang sind beispielsweise die Ausbreitung weiter südlich beheimateter Erreger bzw. Überträger von Krankheiten oder die Verschiebung der Weinanbaugrenzen in Europa in Richtung Norden.
Quelle und Info: G.-R. Walther 27.01.2004 www.unics.uni-hannover.de/Geobotanik (de)