Benutzerspezifische Werkzeuge

  Suchfilter  

News

Standpunkt: Damit die Alpenbewohner aufatmen können

Alain Boulogne, Präsident CIPRA Frankreich. © Heinz Heiss

Von Grenoble bis Chamonix können die Menschen nur schlecht atmen. Die technischen Lösungen, um die Luftqualität zu verbessern, sind bekannt. Alain Boulogne, Präsident von CIPRA France, will Taten sehen.

In den Alpentälern, so auch in zahlreichen französischen und italienischen Städten, hat es seit Ende 2016 immer wieder sehr starke Luftverschmutzung gegeben. Die 155’000 BewohnerInnen des Arvetals zwischen Annemasse/F und Chamonix/F sind davon massiv betroffen. Im dortigen Talkessel stauen sich die Schadstoffe, verursacht durch Industrie, Verkehr und offene Holzheizungen. EinwohnerInnen beschweren sich über die Untätigkeit der zuständigen Behörden. Sie demonstrierten schon mehrmals; auch die Neujahrsfestivitäten der LokalpolitikerInnen wurden gestört.

Aufgrund der dringlichen Situation kündigte der neue Vizepräsident der Region Auvergne-Rhône-Alpes, Patrick Mignola, an, dass «die Kapazitäten der Lastwagen-Transporte auf der Schiene zwischen Aiton/F und Orbassano/I endlich erhöht werden». Ab 1. Juli 2017 werden mehr Lastwagen auf Zügen transportiert. Diese Massnahme ist unverzichtbar. Trotzdem wird sie nicht ausreichen, um die Luftqualität unmittelbar zu verbessern.

Der Güterverkehr zwischen Frankreich und Italien ist nämlich nur für einen geringen Teil der ausgestossenen Schadstoffe verantwortlich. Vor allem braucht es eine Verkehrspolitik, die die Verlagerung des Lastwagenverkehrs auf die Schiene begünstigt.  Die Einführung einer Alpentransitbörse, wie es die CIPRA in ihrem Positionspapier «Genügsamkeit im Verkehr» fordert, gehört zu den wirksamsten Massnahmen.

Die Wiederherstellung guter Luftqualität erfordert koordinierte Massnahmen auf allen Ebenen: auf lokaler, regionaler, nationaler und europäischer Ebene. Damit bereits bekannte Lösungswege umgesetzt werden können, braucht es neue Formen der Zusammenarbeit aller AkteurInnen, wie PolitikerInnen, Vereinen, Unternehmen oder EinwohnerInnen. Auf Einladung von CIPRA Frankreich haben sich örtliche und landesweite Vereine an einen Tisch gesetzt, um ihre Vorschläge miteinander abzustimmen. Solcher Initiativen bedarf es mehr.

 

Quellen und Informationen:

www.cipra.org/de/positionen/genuegsamkeit-im-verkehr-auf-dem-weg-zu-einer-neuen-nachhaltigen-mobilitaetskultur , www.cipra.org/de/alpmonitor/trends#zunehmende-mobilitaet