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Ein Zukunftsbild für den Wintertourismus

Fruchtbarer Austausch: Teilnehmende am «I-LivAlps»-Workshop diskutieren über Wintertourismus. © CIPRA International

Schneemangel, Gästeschwund, verbaute Landschaften – Wintertourismus in den Alpen sieht oft anders aus als im Hochglanzprospekt. Mit «I-LivAlps» lotete die CIPRA am Wochenende dessen Perspektiven aus.

Tourismus ist kein Selbstzweck, sondern soll zur Lebensqualität der Einheimischen und Gäste beitragen. Dies ist eine zentrale Aussage aus einem zweitägigen Workshop in Lecco/I von 2. bis 4. September 2016. Rund 40 junge und ältere Menschen aus allen Alpenländern diskutierten über die Perspektiven für den Wintertourismus in Zeiten des Klimawandels und globalen Wettbewerbs. Es war dies die zweite von insgesamt vier Veranstaltungen im Rahmen des Projekts «I-LivAlps» der CIPRA, das vom EU-Programm Erasmus+ und der Stiftung CARIPLO gefördert wird.

Die generationenübergreifende Zusammenarbeit ist ein Ziel der Veranstaltung. «Die Offenheit und Direktheit der Jugendlichen waren für mich eine einmalige Erfahrung», so Carmen de Jong von der Universität Strasbourg/F, die den Teilnehmenden in Lecco die Auswirkungen des intensiven Skitourismus auf Umwelt und Wasserhaushalt erläuterte. Im Fokus standen zudem politische Entscheidungsprozesse, dargelegt von Marianna Elmi, Stellvertretende Generalsekretärin des Ständigen Sekretariats der Alpenkonvention. Auch zwei unterschiedliche Alpenregionen wurden vorgestellt: Mit dem Unterengadin eine Schweizer Region, die Pionierarbeit in nachhaltigem Tourismusmanagement leistet, und mit Fiemme Fassa eine italienische Skidestination grossen Formats.

Eine einheitliche Strategie für die verschiedenen Regionen mit ihren unterschiedlichen Ausgangslagen und Bedürfnissen zu finden, ist nicht möglich, lautete der Tenor. Für die ganze Branche wie auch für die Gäste gilt indes: Es braucht eine Neuorientierung. Die Erwartungen und das Bild im Kopf stimmen längst nicht mehr mit der Realität und den Möglichkeiten überein. Überall berücksichtigt werden müssen zudem Nachhaltigkeitskriterien für Gesetze, Aktivitäten und Förderungen. «Ich nehme spannende Visionen, Meinungen und Ideen mit, aber auch eine Portion Unverständnis über aufreibende, teils skandalöse Fakten und Zahlen rund um den Wintertourismus», zieht eine Jugendliche aus Liechtenstein ihr Fazit.

Das interaktive Workshop-Format erlaubte es, mehrere Stränge gleichzeitig zu verfolgen. So konnten die Teilnehmenden zum einen eine gemeinsame Vision für einen nachhaltigen Wintertourismus entwickeln. Zum anderen wurden Ideen für Forderungen an die Politik und für weiterführende Aktivitäten erarbeitet. Einige davon fliessen ein in das Handlungsfeld «Tourismus» des CIPRA-Projekts alpMonitor und in die SzeneAlpen Nr. 102, das Themenheft der CIPRA zu Tourismus, das im Sommer 2017 erscheint.

Quellen und weitere Informationen:

www.cipra.org/de/jugend, alpmonitor.cipra.org, www.cipra.org/iLivAlps