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Ein Fluss, viele Wünsche: Gerangel um den Alpenrhein

Viele Nutzer, viele Konflikte: Das Rhesi-Projekt soll vor Hochwasser schützen, Naturräume sichern und vieles mehr. © Frank Schultze, Zeitenspiegel

Landwirtschaftsfläche, Raum für Flussregenpfeifer und Deutsche Tamariske oder Trinkwasserreservoir: Welche Nutzungen am Alpenrhein Vorrang haben sollen, ist derzeit Zankapfel von Interessengruppen. SPARE, ein neues EU-Alpenraumprojekt, leistet Hilfestellung für ein ganzheitliches Fliessgewässer-Management.

Auf den knapp 30 Kilometern von der Illmündung bis zum Bodensee im Grenzbereich Schweiz-Österreich wird der Hochwasserschutz rund um den Rhein verbessert. Hierzu haben die beiden Länder das gross angelegte Rhesi-Projekt ins Leben gerufen. Ende April 2016 entscheidet die Gemeinsame Rheinkommission über mögliche Umsetzungsvarianten. Den NaturschützerInnen gehen die Vorschläge zu wenig weit. «Damit sich Menschen am Rhein entspannen und sich Tiere und Pflanzen wieder ausbreiten können, braucht der Fluss möglichst viel Raum», fasst Lukas Indermaur, Sprecher der Umweltplattform «Lebendiger Alpenrhein», die Anliegen der NaturschützerInnen zusammen. Die rechtlichen Anforderungen würden wegen der Blockade einzelner Trinkwasserversorger bisher nur auf 15 Prozent der Strecke erfüllt. Gemeinden hingegen sorgen sich um die Trinkwasserversorgung und LandwirtInnen fürchten den Verlust fruchtbaren Ackerlandes.

Ähnliche Konflikte entstehen vielerorts, wenn es um das Bewirtschaftung von Flüssen im Alpenraum geht. Für bessere Entscheidungsgrundlagen und eine umfassende Beteiligung der betroffenen Interessengruppen will das kürzlich gestartete SPARE-Projekt Hilfestellung geben, das im Rahmen des Alpenraumprogramms der EU kofinanziert wird. Die Internationale Regierungskommission Alpenrhein (IRKA) ist als Beobachter dabei. «Wir möchten unsere Erfahrungen im Rahmen unserer Möglichkeiten in das internationale Projekt einbringen und gleichzeitig von den Beispielen aus anderen Ländern lernen», beschreibt IRKA-Mitglied Helmut Kindle, Amtsleiter Amt für Umwelt Liechtenstein, seine Erwartungen. CIPRA International hat im Projekt mit der Kommunikationsverantwortung eine gewichtige Aufgabe.

Quellen und weitere Informationen: www.rhesi.org, www.lebendigerrhein.org, www.alpenrhein.net, www.alpine-space.eu/projects/spare/de/home