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Alpenkonvention bringt Gleichstellung aufs Tapet

Für die Frauenkonferenz in Alpbach/A reisten Vertreterinnen von Bergregionen aus aller Welt an. © Robert Strasser

Der österreichische Vorsitz hat mit einer Frauenkonferenz und einer Deklaration ein neues Thema auf die Agenda der Alpenkonvention gesetzt – und Erwartungen geweckt. Wie geht es nun weiter?

Der österreichische Vorsitz der Alpenkonvention wagte einen Spagat: die Konferenz «Die Rolle von Frauen in Bergregionen» am 18. und 19. April 2017 in Alpbach/A thematisierte die Rollen und Anliegen von Frauen aus sehr unterschiedlichen Bergregionen. So waren Frauen aus den Alpen, Nepal, Bhutan, Argentinien und Zambia vertreten; aus Landwirtschaft, Forschung, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

«Frauen spielen eine entscheidende Rolle für die nachhaltige Entwicklung», betonte Marianna Elmi, Stellvertretende Generalsekretärin des Ständigen Sekretariats in ihrem Referat. Sie sorgten dafür, dass Wissen zum Umgang von Natur und Gesellschaft bewahrt und weiterentwickelt werde – was insbesondere für Bergregionen wichtig sei. Doch die Frauen auf diese Rollen zu beschränken, berge die Gefahr, ihr Potenzial zu unterschätzen. Bereits jetzt seien Frauen in vielen Alpenregionen sehr gut ausgebildet, was unter anderem dazu führe, dass sie auf der Suche nach Arbeit abwanderten.

Zwar kommen Genderfragen weder in der Rahmenkonvention noch in den Protokollen vor, wie der Generalsekretär Markus Reiterer darlegte. Nun aber soll das Thema innerhalb der Alpenkonvention weiterverfolgt werden, etwa im nächsten Alpenzustandsbericht zu Naturgefahren. «Frauen spielen eine wichtige Rolle bei diesem Thema, und dieses Wissen soll in den Bericht einfliessen.» Mit einer Deklaration, die an der Tagung vorgelegt wurde, setzte der österreichische Bundesumweltminister Andrä Rupprechter ein weiteres Zeichen. Geplant ist zudem, das Thema am nächsten Ständigen Ausschuss zu diskutieren.

Als Tagungsbeobachterin verfolgte Barbara Wülser, Stellvertretende Geschäftsführerin von CIPRA International, die Tagung mit kritischem Blick. Die Rolle von Frauen auf Verfechterinnen für Wandel und nachhaltige Entwicklung zu beschränken, sei heikel. «Zementieren wir nicht genau damit wieder Stereotypen?» Im Hinblick auf die weitere Diskussion wünscht sie sich einen weniger paternalistischen Ton, als ihn die Deklaration anschlägt. «Gleichstellung ist nicht ein Dienst an der Frau, sondern muss ein gemeinsames Anliegen von Männern und Frauen sein.»

 

Quellen und weitere Informationen:

www.fraueninbergregionen.at , www.alpconv.org/de/newsevents/latest/NewsDetails.html?entryid=123088 , www.cipra.org/de/news/gleichstellung-betrifft-uns-alle , www.cipra.org/de/news/weg-von-mannsbildern-und-frauenzimmern