Benutzerspezifische Werkzeuge

  Suchfilter  

News

Öffentlicher Verkehr unter Spardruck

Safiental in Graubünden

Postbuslinien in der Schweiz: Von der Erhöhung der Passagierlimite wären Berggebiete wie das Safiental in Graubünden betroffen. © thomas_maurice / flickr

In Österreich und der Schweiz sollen im öffentlichen Verkehr Abstriche gemacht werden. Vielerorts könnten schon bald Bahn- und Buslinien geschlossen werden, um klaffende Ertragslücken zu schliessen. Der Schweizer Bundesrat beschloss Anfang November für die Jahre 2011 bis 2013 ein Sparprogramm von jährlich 1,5 Milliarden Franken. Laut Bundesamt für Verkehr BAV müssen im Verkehr pro Jahr im Schnitt 300 Millionen Franken eingespart werden.
Das BAV könnte am Regionalverkehr sparen, indem es höhere Auslastungen verlangt. Heute werden für Postbuslinien mit durchschnittlich 32 Passagieren pro Tag vier Busfahrten vom Bund mitsubventioniert. Diese Limite könnte nun auf 100 Passagiere erhöht werden. Laut Rechenbeispielen das BAV erhielten im Kanton Bern etwa 10 Prozent der Postautolinien kein Geld mehr. In den Kantonen Wallis und Graubünden wären 20 Prozent der Linien davon betroffen. Sollte der Bund die Abgeltung im Regionalverkehr kürzen, müsste der betroffenen Kanton entscheiden, ob er den Ausfall kompensiert oder eine Linie aufgibt.
In einem offenen Brief an das Österreichische Verkehrsministerium fordert der Naturschutzbund Österreich, die Ausdünnung von Verbindungen und die Schliessung von Bahnstrecken nicht zuzulassen, die derzeit zahlreichen Nebenbahnen und Regionalstrecken vor allem im Alpenraum drohen. Es müsse ein mittelfristiges Ziel sein, so der Naturschutzbund Österreich, jeden Ort in Österreich mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichen zu können. Laut Naturschutzbund Österreich überlege die ÖBB zudem, das eine oder andere Bahn-Logistik-Zentrum aufzugeben und stattdessen die Fracht mit billigen externen LKWs fahren zu lassen. Auch das sei im Sinne des Klimaschutzes für eine "Bundesbahn" indiskutabel, kritisiert der Naturschutzbund Österreich und fordert den Bund auf, mehr Verantwortung für die Zukunft dieses wichtigen Betriebes zu übernehmen.
Mit dem neuen Winterfahrplan ab 13. Dezember 2009 wird die direkte Bahnverbindung zwischen Cuneo/I und Nizza/F aufgegeben. Reisende müssen zukünftig in Breil/F umsteigen. Vor allem Pendler sind davon betroffen. Da diese Linie die einzige direkte Verbindung zwischen dem Piemont/I und der Côte d'Azur/F ist, werden auch negative touristische und wirtschaftliche Konsequenzen befürchtet.
Quellen: www.vcs-gr.ch/Schwerpunkte/oevi_091114 (de), http://derstandard.at/1252771855301 (de), www.naturschutzbund.at, www.provincia.cuneo.it/ufficio_stampa/ (it)