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Langfristige Störung alpiner Ökosysteme durch Düngung

Forscher auf der Schynige Platte

Alpine Ökosysteme finden nach einer Störung nur sehr langsam zum ursprünglichen Zustand zurück. Priska Ketterer © nfp48

Eine Studie des nationalen Forschungsprogramms der Schweiz "Landschaften und Lebensräume der Alpen" unterstützt die Annahme, dass alpine Ökosysteme besonders unflexibel auf menschliche Eingriffe reagieren.
Die Untersuchungen befassten sich mit Vegetation und Böden auf der "Schynigen Platte" bei Grindelwald/CH. Dort experimentierte in den 1930er Jahren der Botaniker Werner Lüdi mit Düngung und Kalkung, um die Produktivität höher gelegener Almen zu steigern. Jetzt zeigte sich, dass diese Massnahmen ausreichten, die chemischen und mikrobiellen Bodeneigenschaften sowie die artenreiche Vegetation über mehrere behandlungsfreie Jahrzehnte hinaus zu stören.
Die gekalkten Flächen unterscheiden sich dabei erheblich von jenen, die ohne Kalk gedüngt wurden. Die Unterschiede rühren von der schnelleren Auswaschung des Düngers. Der Kalziumgehalt und pH-Wert der gekalkten Flächen ist dagegen bis heute erhöht und begünstigt nährstoffbedürftige Pflanzen. Besonders relevant sind diese Erkenntnisse, da heute durch Luftverschmutzung erhebliche Düngermengen in den natürlichen Kreislauf gelangen und die Artenvielfalt verändern.
Bibliografie: Spiegelberger, T. et al (2006) Long-Term effects of short-term perturbation in a subalpine grassland. In Ecology: Vol. 87, Nr. 8, Seiten 1939-1944. Quelle: www.presseportal.ch/de/story.htx?nr=100515903 (de/fr)
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