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Pistenraupen und Kunstschnee bedrohen Pflanzenvielfalt

Schneeband einer Skipiste im Frühling

Kunstschnee schmilzt später als Naturschnee. © SLF/Christian Rixen

Auf präparierten Skipisten in der Schweiz kommen 11 Prozent weniger Pflanzenarten vor als auf angrenzenden Wiesen. Besonders verholzende Pflanzen und Frühblüher sind weniger zahlreich vertreten. Das ist das Ergebnis einer Studie, in der die Vegetation von 12 Skigebieten der Kantone Graubünden und Wallis untersucht wurde.
Trotz Wiederbegrünung haben sich laut Studie viele Hänge, die vor 30 Jahren planiert wurden - besonders in höher gelegenen Gebieten über der Waldgrenze - bis heute nicht vollständig erholt. Präparierte Skipisten machen knapp ein Prozent der Fläche in den Schweizer Alpen aus.
Auch der Einsatz von Kunstschnee hat Auswirkungen auf die Flora. Der Rückgang früh blühender Pflanzen und die Zunahme nährstoffliebender Arten sind auf die verspätete Schneeschmelze und die veränderte chemische Zusammensetzung des Schnees zurückzuführen. Angesichts des Klimawandels befürchten die Forscher, dass in vielen Skiregionen immer höher liegende Abfahrten eingerichtet und verstärkt mit Kunstschnee beschneit werden. Sie empfehlen deshalb, ökologisch wertvolle Gebiete zu schonen und auf den Bau neuer Skipisten zu verzichten. Die Studie haben Wissenschaftler des Eidgenössischen Instituts für Schnee- und Lawinenforschung Davos/CH und der Universitäten Zürich/CH und Potsdam/D erarbeitet.
Bibliographie: "Effects of ski piste preparation on alpine vegetation" in: Journal of Applied Ecology, Bd. 42, April 2005, S. 306