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Aktionsplan gegen Gletscherschmelze

Die Alpenstaaten wollen einen gemeinsamen Aktionsplan zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels erarbeiten.
Mit ClimChAlp startete im Frühling ein transnationales Forschungsprojekt, in dessen Rahmen während der nächsten zwei Jahre Grundlagen für die zu wählende Anpassungsstrategie bereitgestellt werden sollen.
ClimChAlp steht für "Climate Change, impacts and adaption strategies in the Alpine Space". Am Projekt beteiligen sich Partner aus Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, der Schweiz und Slowenien. Sie erforschen den Klimawandel im Alpenraum und dessen Auswirkungen auf Naturgefahren, auf Raumentwicklung und Wirtschaft. Weiter werden Risikomanagement und Methoden zur Risikovermeidung in den beteiligten Ländern untersucht sowie die Anpassungsstrategien vernetzt. Als Ergebnis soll ein Aktionsplan mit konkreten politischen Empfehlungen für Wirtschaft, Kommunen und Staat vorliegen.
Werner Schnappauf, der bayerische Umweltminister, stellte am 3. August auf der Zugspitze/D das Projekt vor und wies darauf hin, dass der Klimawandel bereits Realität sei. Illustrieren konnte er dies gleich am örtlichen Schneeferner, einem kleinen Gletscher der Zugspitze. Dieser bedeckt heute kaum noch einen Zehntel der Fläche, welche er vor 150 Jahren einnahm. Gemäss anwesenden ExpertInnen ist die Erwärmung zumindest in den nächsten Jahrzehnten unumkehrbar.
Das im Rahmen der europäischen Gemeinschaftsinitiative Interreg IIIB "Alpenraum" finanzierte Projekt unter bayerischer Führung vermag jedoch nicht alle zu begeistern. Die Finanzierung von 3,5 Millionen Euro lässt keine all zu hohen Erwartungen zu. Für die Grünen im Bayerischen Landtag ist die Initiative gar reiner "Aktionismus", denn mit der Alpenkonvention gebe es bereits einen Aktionsplan, welcher jedoch viel zu wenig Beachtung finde. Die Internationale Alpenschutzkommission CIPRA begrüsst zwar grundsätzlich die Initiative, erwartet jedoch auch Taten im Bereich der Ursachenbekämpfung, etwa für eine klimaverträgliche Energie- und Verkehrspolitik.
Quellen und Infos: www.alpinespace.org (en), Süddeutsche Zeitung 03.08.2006