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Der Verkehr umschifft die Alpen

Der Frachttransport per Schiff über relativ kurze Strecken - das Short Sea Shipping - hat Wachstumspotenzial und kann so die Strassen entlasten. Eine neue Schifffahrtslinie umgeht schon von Frankreich nach Italien die Alpen.
Red. Intermodale Güterverkehrssysteme wie das Short Sea Shipping werden zunehmend interessant, je prekärer die Situation auf den Strassen wird. Zudem können sie eine gute Ökobilanz vorweisen: ein LKW bewegt mit einem Liter Treibstoff 50 Tonnen einen Kilometer weit, der Zug 97 Tonnen, das Schiff 127 Tonnen. Seit 2003 gibt es gezielte Förderung von der EU. Das Programm Marco Polo (2003-2013) ist mit insgesamt 840 Mio Euro ausgestattet und explizit darauf ausgerichtet, Strassengüterverkehr auf das Wasser und die Schiene zu verlagern, indem bestehende Infrastrukturen besser genutzt werden. Die Europäische Kommission stellt in einem Papier zu Marco Polo II fest: "[…]Man braucht mit der Implementierung besserer Transportsysteme nicht zu warten, bis die notwendigen Maßnahmen in der Netzinfrastruktur in großem Umfang erfolgt sind."

LKW auf das Schiff
Ein Beispiel hierfür ist die neue Linie von GLD Lines zwischen Frankreich und Italien. Drei Mal pro Woche fährt die Eurostar Valencia mit bis zu 400 Passagieren und 150 Lastwagen hin und zurück. Die Fahrt von Toulon nach Civitavecchia dauert 15 Stunden und kostet 450 Euro für Fahrzeug, Fahrer und zwei Mahlzeiten. Für die Fahrer und Logistikunternehmer liegt der Vorteil vor allem darin, dass die Ruhezeiten besser eingehalten werden können und der Weg über das Schiff billiger ist als durch den Fréjus-Tunnel in den Alpen. Dort beträgt alleine die Tunnel-Maut 200 Euro, hinzu kommen die Kosten für den Treibstoff. Der französische Staat unterstützt den Service mit 1 Mio Euro, vom italienischen erhalten die Transporteure 100 Euro pro Überfahrt. Weiterhin hofft GLD Lines auf 3 Mio Euro EU-Zuschuss.