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Dynalp - Gemeinden lernen voneinander

Das Gemeindenetzwerk "Allianz in den Alpen" ist mit seinem Interreg-IIIB-Projekt "Dynalp - Dynamischer ländlicher Alpenraum" schon weit fortgeschritten. Trotz bürokratischen Hindernissen bringt das Projekt den beteiligten Gemeinden viel konkreten Nutzen. Die CIPRA hat im Projekt eine beratende und technisch unterstützende Funktion.
Das Stöhnen der an Dynalp beteiligten 52 Gemeinden und Regionen über die EU-Bürokratie ist unüberhörbar. Das Geld, das aus "Brüssel" komme, gehe vor allem für die Berichterstattung und andere bürokratische Tätigkeiten drauf. Trotzdem sind nach bald zwei Jahren Projektdauer tolle Erfolge sichtbar.

Vom Naturpark bis zur Bierbrauerei
So war Dynalp der Auslöser für die Pläne für den österreichisch-deutschen "Naturpark Nagelfluhkette", hinter dem heute 14 Gemeinden stehen. Dieser grenzüberschreitende Naturpark soll im Vorderen Bregenzerwald/A und im westlichen Oberallgäu/D auf einer Fläche von 500 km2 errichtet werden und je sieben österreichische und deutsche Gemeinden umfassen. Ziel ist es laut Willi Sieber vom Ökoinstitut Vorarlberg, innerhalb der nächsten zweieinhalb Jahre den Naturpark zu schaffen und sein dauerhaftes Bestehen zu gewährleisten. Davon soll die Natur ebenso profitieren wie der Tourismus und die Landwirtschaft, und nicht zuletzt erhoffen sich die rund 40'000 Bewohnerinnen und Bewohner der Region eine Steigerung ihrer Lebensqualität.
Ein völlig anderes Projekt ist die "Bieraria da Tschlin". Die Gemeinde Tschlin im Unterengadin/CH hat in einer ehemaligen Autogarage in einem Engadinerhaus eine Kleinbrauerei eingerichtet. Dieses Projekt ist ebenfalls im Rahmen von Dynalp entstanden. Angelo Andina, Gemeindeschreiber von Tschlin, ist vom Erfolg begeistert: Man könnte auch das Dreifache der produzierten Menge absetzen. Das Projekt lebt von der Einbindung von Einheimischen und Gästen, welche Aktien für die Brauerei gezeichnet haben. Durch die Vernetzung im Rahmen von Dynalp sei auch die nationale Presse auf das Projekt aufmerksam geworden, so Andina. Ebenso wichtig wie die hohe Qualität des Spezialbiers sei das im Rahmen von Dynalp entwickelte Konzept, das eine Mischung von Tradition, Naturnähe, Bürgerbeteiligung und Innovation beinhaltet.


Andere Projekte, zum Beispiel im Malcantone im schweizerischen Kanton Tessin, haben zu einer Verbesserung der Zusammenarbeit mir Nachbarregionen geführt oder sich konkreten Aufwertungsmassnahmen für die Natur- und Kulturlandschaft gewidmet.
Wichtiger Bestandteil des Projektes ist neben der Arbeit in den Gemeinden und Regionen in Deutschland, Österreich, Liechtenstein, der Schweiz, Italien und Slowenien auch der internationale Erfahrungsaustausch. Dazu bietet Dynalp so genannte "Cluster-Workshops" an. Bei diesen kurzen Treffen tauschen die Gemeinden Erfahrungen zu einzelnen konkreten Themen aus. So haben über 50 Personen im März dieses Jahres in Röthis/A anhand von praxisnahen Referaten, einer kurzen Exkursion und im Austausch in Arbeitsgruppen sehr viel über das Thema "Landschaftsentwicklung und Naturschutz am Beispiel von Trockenmauern, Obstbau/Hochstämmen, Hecken" gelernt. Im Mai folgte eine ähnliche Veranstaltung über ländlichen Tourismus und regionale Wertschöpfungsketten in Budoia/I, an welchem ebenfalls über 50 Personen teilgenommen haben.

Der "allgemeine Erfahrungsaustausch" ist passé
"Ich habe an diesen Workshops teilgenommen, weil sie mir zu einem bestimmten Thema konzentriert Informationen lieferten", sagt Werner Frick, Umweltbeauftragter der Gemeinde Schaan. "Die Phase, als man sich im Gemeindenetzwerk hauptsächlich zum kennen lernen traf, war wichtig für die Netzwerkbildung. Was die Gemeinden heute brauchen, sind aber konkrete, im Alltag verwertbare Informationen, wie sie in solchen eintägigen internationalen Workshops vermittelt werden."
Die Sprachen in den Workshops richten sich nach den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. So wurde in Röthis eine Simultanübersetzung Deutsch-Italienisch angeboten, während in Budoia auch auf Französisch und Slowenisch übersetzt wurde. Die Teilnahme an den Workshops steht auch Nicht-Dynalp-Gemeinden inner- und ausserhalb des Gemeindenetzwerks "Allianz in den Alpen" offen. Die CIPRA, welche das Projekt Dynalp beratend und technisch unterstützt, beteiligt sich im Rahmen des Dynalp Support Teams auch an der Plaung und Durchführung dieser Workshops.

Infos: www.dynalp.org/ und
www.alpenallianz.org/