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Landschaft

Zwischen Natur und Mensch

Was gehört zu einer alpinen Landschaft? Was macht eine Landschaft schön? Im Vordergrund eine sattgrüne Alm mit Kühen und Blockhaus, im Hintergrund majestätische Berggipfel – eine Vorstellung von alpiner Landschaft, die viele Menschen in und ausserhalb der Alpen teilen. Der Begriff, der am stärksten mit Landschaft in Verbindung gebracht wird, ist Natur. Landschaft ist demnach dort, wo Natur ist, bzw. wo Asphalt, Beton, Glas oder andere Zeichen der modernen Gesellschaft nicht sind.

Doch Landschaft ist weder Natur noch Gesellschaft. Sie ist irgendwo dazwischen. Landschaft entsteht in der Wahrnehmung eines physischen Raumes durch Menschen. Diese Wahrnehmung ist von Mensch zu Mensch und von Gesellschaft zu Gesellschaft verschieden. Wie wir Landschaft wahrnehmen, ist einerseits durch unsere eigene Lebensgeschichte geprägt. Andererseits prägen Geschichten, Werte und Normen der Gesellschaft, in der wir leben, unsere Wahrnehmung von Landschaft.

Zwischen nützen und schützen

Ob für persönliches Vergnügen, politische Ambitionen, Tourismusmarketing oder den Umweltschutz, mit Landschaft sind unterschiedliche Interessen verknüpft. Je nach Interesse, Ziel und Zweck wird Landschaft unterschiedlich definiert, wahrgenommen und genutzt. Treffen unterschiedliche Interessen aufeinander, kann es zu Konflikten kommen. Vielerorts in den Alpen stehen ökologische Interessen wie der Erhalt der Naturlandschaft als zum Schutz der Biodiversität wirtschaftlichen Interessen gegenüber, etwa bei Skigebietserweiterungen oder wenn ganze Täler geflutet werden, um Staudämme zu bauen.

Aus wirtschaftlicher Sicht besteht ein ständiger Nutzungszwang. Demnach hat Landschaft nur dann einen Wert, wenn sie wirtschaftlich genutzt wird. Doch das Streben nach dem schnellen Profit ist kurzsichtig. Nachhaltig lassen sich Interessen dann durchsetzen, wenn Landschaften in all ihrer Vielfalt wahrgenommen und Konflikte gelöst werden. Projekte aus allen Alpenländern zeigen uns, dass zum Beispiel die Neugestaltung von Flusslandschaften vor allem dann erfolgreich ist, wenn sie von partizipativen Entscheidungsprozessen begleitet wird.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

 

Interaktive Alpenkarte