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Alpen.Leben geht zu Ende ... + Endbericht

(c) J.Essl


Nach etwas mehr als eineinhalb Jahren geht das Projekt Alpen.Leben mit 30. November 2014 zu Ende. Das Resumée: Alpen.Leben stieß in der Ausarbeitung einer Strategie für eine Makroregion im Alpenraum eine Vielzahl notwendiger Diskussionen an und fungierte als wichtiger Impulsgeber für die Berücksichtigung der Alpenkonvention im EUSALP-Prozess.

Empfehlungen für die Umsetzung einer Makroregion mit der Alpenkonvention als Mehrwert

Vor allem mit der Ausarbeitung von Themenschwerpunkten zu den drei Säulen von Grenoble und der Verschneidung der Diskussion mit der Alpenkonvention und ihren Durchführungsprotokollen entwickelte sich besonders in Österreich eine interessante Debatte um die zukünftige Makroregion.

Zum Abschluss des Projekts formulierte das Team von Alpen.Leben, basierend auf den Ergebnissen aus zahlreichen Workshops, Meetings und ExpertInnentreffen, an denen Beteiligte aus den verschiedensten Interessengruppen aktiv beteiligt waren, Empfehlungen für eine erfolgreiche Umsetzung einer EUSALP. Die zentralen Punkte daraus:

  • Eine wichtige Rolle der Alpenkonvention in allen drei Themenfeldern sowie eine Führungsrolle in Säule 3 (nachhaltiges Management von Energie, natürlichen und kulturellen Ressourcen)
  • An den rechtlichen Normen der Durchführungsprotokolle der Alpenkonvention darf nicht gerüttelt werden.
  • Die bestehende Struktur der Alpenkonvention sowie die Zivilgesellschaft müssen im Sinne des angestrebten Bottom up-Ansatzes mit vollem Stimmrecht in eine Governance-Struktur der EUSALP integriert werden.

Die Alpenkonvention als wichtiges Bindeglied für den Abgrenzungsrahmen der EUSALP

Eine weitere zentrale Forderung betrifft die Gebietsabgrenzung der zukünftigen Makroregion. Der Vorschlag der EU-Kommission für ein entsprechendes Abgrenzungsgebiet der Makroregion stellt sowohl den geographischen Rahmen von Alpine Space als auch den Perimeter der Alpenkonvention dar (siehe Karte). Offen ist hingegen nach wie vor, in welchem geographischen Rahmen Maßnahmen und Aktivitäten im Zuge der Makroregion gehandhabt und wie bzw. in welcher Form prioritäre Aktionsfelder festgelegt werden.

Aus der Sicht von Alpen.Leben wird empfohlen, den Bezugsrahmen für Zielfestlegungen der zu knüpfenden Maßnahmen innerhalb der Makroregion mit dem Perimeter der Alpenregion gleichzusetzen. Gleichzeitig muss jedoch eine flexible Handhabung – je nach den spezifischen Erfordernissen – des Anwendungsbereichs der EUSALP ermöglicht werden. Schließlich muss das Interesse seitens der EU-Kommission darin liegen, den Alpenraum über die Inhalte der Alpenkonvention zu stärken und mit der Makroregion Alpen ein Bindeglied zwischen Alpenkonventionsperimeter, Alpine Space und EUSALP zu schaffen, mit dem ein Austausch zwischen den Berggebieten und dem Alpenvorland mit seinen Metropolen auf gleicher Augenhöhe sichergestellt wird.

Mehr Transparenz und Zusammenarbeit aller Beteiligten

Was eine für alle Seiten einen Mehrwert bringende Umsetzung einer makroregionalen Alpenraumstrategie zudem braucht, ist unter Beteiligung aller Stakeholder (inklusive der Alpenkonvention und der Zivilgesellschaft) das Ziehen an einem gemeinsamen Strang mit einem maximalen Maß an Transparenz und Offenheit. Nur dann wird es gelingen, dass eine Makroregion Alpen auch tatsächlich etwas Neues und Innovatives im Sinne von inspirierend, machbar und konkret mit sich bringt.

Bericht Cover

Ein Policy Paper, das dem Ständigen Sekretariat der Alpenkonvention übergeben wurde, fasst die Empfehlungen aus Sicht von Alpen.Leben zusammen. Das Policy Paper ist auch in Englisch verfügbar.

Der umfassender Endbericht des Projekts Alpen.Leben enthält einen Abriss über die gesamte Diskussion um eine makroregionale Strategie, Vorschläge für eine Governance der Makroregion Alpen sowie Erläuterungen zur Rolle der Alpenkonvention im Rahmen des gesamten Prozesses. Der Endbericht wurde ebenfalls in Englisch veröffentlicht.

CIPRA Österreich wird den Strategie-Prozess auch nach Ablauf des Projekts Alpen.Leben beobachten, mit ihrer Erfahrung und Expertise begleiten und ihre Stimme für die Rolle der Alpenkonvention und der Zivilgesellschaft in einer Makroregion Alpen erheben. Bleiben auch Sie dran!