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Biberland Liechtenstein

Angenagter Biberbaum

Dank der Renaturierung von Gewässern ist der Biber nach Liechtenstein zurückgekehrt und hinterlässt Spuren an Bäumen, etwa in Schaan. © Michael Fasel / econat

Der grosse Nager hat nach über 200 Jahren Liechtenstein wieder als Lebensraum entdeckt - und im ganzen Land Spuren hinterlassen. Über die Rückkehr des Bibers.
Ein ausgewachsener Biber misst einen Meter und ist so schwer wie ein Reh. 2006 ist der grosse Nager wieder zurück ins Alpenrheintal gekommen, nachdem er 200 Jahre lang als ausgestorben galt. Jetzt leben rund 80 Tiere zwischen dem Bodensee und Chur/CH. Allein in Liechtenstein hat der Biologe Michael Fasel 20 Tiere gezählt: Sie haben in Ruggell, ganz im Norden des Landes, sowie in Schaan an renaturierten Gewässern mindestens drei Familien gegründet. Auch in Balzers, in der südlichsten Gemeinde, hat der Pflanzenfresser erste Spuren hinterlassen.
Dem Biber wird sehr viel Sympathie entgegen gebracht. Das belegte kürzlich eine repräsentative Umfrage in der benachbarten Schweiz. 92 Prozent der Befragten bewerteten die Rückkehr des geschützten Nagers in Schweizer Bäche und Flüsse als positiv oder gar sehr positiv. Gegenüber Abschüssen äusserten sich hingegen rund zwei Drittel skeptisch oder ablehnend. Dass die Rückkehr des Nagers Konflikte bringt, weiss auch Wildtierbiologe Fasel. "Die Landschaft wird meist bis an den Rand der Gewässer genutzt. Der Biber hat zu wenig Platz." Denn wo immer die Tiere auftauchen, verändern sie die Landschaft, schaffen durch aufgestaute Bäche neue Lebensräume auch für andere Tiere und Pflanzen. Die effektivste Massnahme, Konflikte mit dem Biber langfristig zu verhindern, sei daher, kleinen und grossen Gewässern mehr Raum zu geben und an den Ufern Gehölze mit Weiden und Pappeln zu fördern.
In den nächsten fünf bis sechs Jahren wird Liechtensteins Biberpopulation noch weiter wachsen, vermutet Michael Fasel. Liechtenstein dürfte dann die Heimat von rund 30 bis 40 Nagern sein. Eine Erfolgsgeschichte für den Naturschutz und die Revitalisierung der Gewässer der letzten 20 Jahre.
Quelle und weitere Informationen: www.pronatura.ch/news-reader-mc-vollstaendig, www.volksblatt.li/nachricht, www.cscf.ch/cscf/page-20337_de_CH.html