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Demokratie, EU-Bürgersinn und Solidarität

SA 97: Demokratie, EU-Bürgersinn und Solidarität

Die Zukunft mitgestalten: Jugendliche in Liechtenstein errichten Photovoltaik-Anlagen im Eigenbau. © Verein Jugend Energy

Im EU-Programm «Jugend in Aktion» stehen nicht die Resultate, sondern die Lernerfahrungen im Vordergrund. Jugendliche erhalten Unterstützung in den verschiedenen Phasen ihrer Projekte und entsprechend ihrer individuellen Bedürfnisse.
Eine Gruppe Jugendlicher hat sich zum Ziel gesetzt, alle Dächer Liechtensteins mit Solaranlagen zu bestücken. Den Anfang machten die jungen Liechtensteiner mit einer 400 Quadratmeter grossen Photovoltaikanlage auf dem Postgebäude in Schaan, die sie im Eigenbau errichteten. Der Ertrag der Anlage soll wiederum in die Finanzierung weiterer Projekte fliessen. Von der Planung über die Finanzierung bis zur Re-Finanzierung liegt alles in ihrer Hand bzw. in der Verantwortung ihres Vereins «Jugend Energy».
Ermöglicht wurde dieses aussergewöhnliche Engagement unter anderem dank einer Startfinanzierung durch das EU-Programm «Jugend in Aktion». Dieses unterstützt junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren, damit diese sich aktiv an der Zukunftsgestaltung von Europa beteiligen und eigene Projektideen in die Tat umsetzen können (siehe Kasten). Im Mittelpunkt des Programms stehen die kulturelle Vielfalt und die Partizipation der jungen Europäerinnen und Europäer – besonders auch jener mit erhöhtem Förderbedarf. Die Jugendlichen sollen ein Gefühl für eine aktive europäische Bürgerschaft sowie Solidarität und Toleranz für andere entwickeln. Angesprochen sind alle jungen Menschen, unabhängig von ihrem bildungsbezogenen, sozialen und kulturellen Hintergrund.
Das Programm besteht aus verschiedenen Aktionen wie Sozial­einsätzen, Projektinitiativen, Austauschprojekten und Weiterbildungen. In Liechtenstein koordiniert das Jugendinformationszentrum «aha – Tipps & Infos für junge Leute» das EU-Programm ­«Jugend in Aktion» im Auftrag der Regierung und der Europäischen ­Kommission.
Das aha-Team begleitet junge Menschen in den verschiedenen Phasen ihres Projekts. Das Coaching gestaltet sich je nach ­Bedarf der Gruppe und Verlauf des Projekts unterschiedlich. Es kann sein, dass eine Projektgruppe von der ersten Idee bis zur Planung Unterstützung benötigt, eine andere hingegen bei der Umsetzung oder der Öffentlichkeitsarbeit. Das Angebot des Coachings reicht von fachlichen Tipps im Bereich Projektmanagement über Hilfe bei der Vernetzung mit Partnern oder Sponsoren bis zur Mediation bei Konflikten innerhalb des Projektteams. Die Begleitung des Pro­zesses, den junge Leute bei der Entwicklung und Durchführung eines eigenen Projekts durchlaufen, ist für das nicht-formelle Lernen von zentraler Bedeutung: Junge Menschen lernen aus Fehlern und Krisen. Bei «Jugend in Aktion» steht nicht das Resultat im Vordergrund, sondern die Lernerfahrung durch den Gruppen- und Projektprozess.
«Jugend in Aktion» fördert nicht nur Projekte, sondern schult auch junge Menschen darin, selber Partizipationsprojekte durchzu­führen. Besonders häufig lassen sich ehemalige Teilnehmende von Jugendaustauschen zu solch internationalen JugendbegleiterInnen ausbilden. Im Internationalen JugendbegleiterInnenkurs, den das aha jährlich als zweitägigen Grundkurs anbietet, lernen junge ­Erwachsene, wie Jugendaustauschgruppen geleitet und Jugendliche in verschiedenen Ländern Europas begleitet werden. Eine Vorbildung im Jugendbereich ist nicht Voraussetzung. Nach dem Grundkurs stehen den Teilnehmern und Teilnehmerinnen Aufbaukurse zu den Themen Konfliktlösung und Projektmanagement offen.
Internationale JugendbegleiterInnen sind gesuchte Leute: Liechtenstein, respektive das aha, erhält jeweils eine Vielzahl von Einladungen für die Teilnahme an Austauschprojekten aus ganz Europa.

Virginie Meusburger-Cavassino, aha Liechtenstein
www.aha.li
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885 Millionen Euro für die europäische Jugendarbeit
Das EU-Programm «Jugend in Aktion» wurde Anfang 2007 gestartet und dauert bis Ende 2013. Es ist offen für junge Menschen zwischen 13 und 30 Jahren. Insgesamt stehen 885 Millionen Euro für Jugendgruppen, gemeinnützige Vereine und Einrichtungen der Jugendarbeit in 31 Ländern zur Verfügung. Damit soll der EU-Bürgersinn, die Solidarität und das demokratische Engagement von jungen Menschen gestärkt werden und es soll ihnen zu mehr Mobilität und Zusammenarbeit in Europa verholfen werden. Auch Jugendliche aus Nicht-EU-Ländern haben Zugang zum Programm. Für Erwachsene wird von «Jugend in Aktion» über das SALTO-Portal eine Plattform angeboten, auf der europaweit Weiterbildungen zur Förderung der Jugendbeteiligung ausgeschrieben werden. Jede National­agentur von «Jugend in Aktion» bietet ebenfalls entsprechende Weiterbildungen an.
www.salto-youth.net (en)
http://ec.europa.eu/youth
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aus: Szene Alpen Nr. 97 (www.cipra.org/de/alpmedia/publikationen/5017)