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Wenig Erfreuliches beim Gütertransit

Güterverkehr

Wie kann dem Güterverkehr in den Alpen Einhalt geboten werden? Noch ziehen nicht alle Länder am gleichen Strick. © Sturm / PIXELIO

Der Gütertransport auf der Strasse durch die Alpen hat im ersten Semester 2008 zugenommen. Die leistungsabhängige Schwerverkehrsabgabe in der Schweiz und die hohen Dieselpreise haben wenig Wirkung gezeigt.
Im vergangen Halbjahr haben 666.000 schwere Güterfahrzeuge die Schweizer Alpen durchquert. Dies sind 3,8% mehr als im Vorjahr. Die Fahrtenzahl am Gotthard und am Grossen St. Bernhard nahm um 3,9% zu, während am Simplon sogar 10,6% mehr Fahrten verzeichnet worden sind. Eine Zunahme der Güterfahrzeuge um 1,8% wurde ebenfalls am Brenner zwischen Österreich und Italien festgestellt.
Die vom anwachsenden Schwerverkehr stark betroffenen Schweizer Kantone Tessin und Uri gelangten nun mit einem Brief ans Schweizer Parlament. Sie fordern die Umsetzung der in der Alpen-Initiative festgeschriebenen Zielgrösse von 650.000 alpenquerenden LKW-Fahrten pro Jahr (und nicht pro Halbjahr!) bis 2012. Der Verkehrsminister Moritz Leuenberger stellte jedoch klar, dass diese Reduktion bis 2012 unrealistisch sei. Die betroffenen Kantone und Leuenberger sind sich aber einig darüber, dass eine rasche Einführung der Alpentransitbörse (ATB) zu einer Entschärfung führen könnte. Die Börse sieht vor, die künftige Zahl der alpenquerenden Fahrten zu kontingentieren und die Kontingente zu versteigern. Die ATB müsste aber in allen Alpenländern eingeführt werden, damit unerwünschter Ausweichverkehr vermieden werden kann.
Obwohl der Gütertransport auf der Strasse in den EU-Staaten ebenfalls angestiegen ist, können sich die EU-Staaten im Zuge der geplanten Revision der Wegekosten-Richtlinie nicht auf starke Massnahmen einigen. Während dem informellen Verkehrsministerrat Anfang September waren sich die Mitgliedstaaten einig darüber, dass die Internalisierung der externen Kosten von Lärm, Luftverschmutzung und Staus freiwillig sein soll. Bindende Mindestmauten soll es also keine geben.
Quellen: www.nzz.ch/nachrichten/schweiz/alpentransit (de), www.presseportal.ch/fr/pm/100002430 (de), www.eu2008.fr/PFUE/lang/de/accueil/PFUE-09 (de/fr/it/en)