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    Breite internationale Alpenallianz fordert: Stoppt die Zerstörung des Kaisertals durch Straßenbau!

    Gemeinsame Presseerklärung der Sektionen Oberland und München des DAV e.V., des DAV, OeAV, CIPRA Deutschland e.V. und CIPRA Österreich e.V., WWF Österreich, Bund Naturschutz in Bayern e.V., Mountain Wilderness Deutschland e.V. und des Vereins zum Schutz der Bergwelt e.V.linie

    MÜNCHEN, im März 2003.– Anlässlich erneut auflebender Straßenerschließungspläne für das Kaisertal, ein wertvolles Hochtal zwischen Zahmem und Wildem Kaiser im Herzen des Naturschutzgebiets Kaisergebirge, fordern die genannten Vereine und Naturschutzorganisationen die Politiker der Tiroler Landesregierung auf, diese Straßenpläne endgültig zu stoppen. Zugleich fordern sie die Verantwortlichen auf, die Alternativplanung einer bedarfsgerechten Lasten- und Personenseilbahn umzusetzen.  Ausstellungseröffnung im Alpinen Museum des Deutschen Alpenvereins

     Die unterzeichnenden Vereine und Naturschutzorganisationen betrachten mit Sorge die erneuten Planungen zur Straßenerschließung des Kaisertals, in deren Folge Nutzungsintensivierungen und drastische Verschlechterungen des ökologischen Zustands des Kaisertals zu befürchten sind. Lärmbelästigung für Mensch und Tier, zusätzliche Abgasschädigungen der Flora, besonders des in seiner Lawinenschutzfunktion wichtigen Bergwalds, Erschließungs- und Siedlungsdruck, der das Erscheinungsbild des Tals massiv verändern würde, und Massentourismus – ob durch Privat-Pkw oder Busse – kämen auf das Tal zu. Als eines der letzten Alpentäler ist das Kaisertal bisher von Verkehr und Straßenbau verschont geblieben.

    Die genannten Vereine und Organisationen fordern daher, dass die Straßenerschließungspläne nicht weiter verfolgt werden, sondern unterstützen die – auch wesentlich kostengünstigere – Alternativplanung, nämlich die Modernisierung der schon bestehenden Lasten- und Personenseilbahn. Bei dieser Variante wäre kein weiterer Landschaftseingriff notwendig, das Kaisertal würde in seiner derzeitigen Ursprünglichkeit erhalten bleiben und dem nachhaltigen Tourismus – eine Zielvorgabe der Alpenkonvention und ihrer Protokolle – langfristig neue Chancen geben. Diese Alternativplanung genügt auch allen Sicherheitserfordernissen.

    Die DAV-Sektionen Oberland und München haben in ihrer Mitgliederzeitschrift »alpinwelt« (Auflage: 75.000) eine große Postkarten- und Unterschriftenaktion zur Unterstützung der Initiative gestartet.

    Gleichzeitig fordern die genannten Vereine und Organisationen das Land Österreich und die Tiroler Landesregierung auf – und schließen sich dabei einer noch nicht abgeschlossenen EU-Beschwerde des WWF Österreich aus dem Jahr 1999 an, das Kaisertal endlich als Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiet und als SPA-Vogelschutzgebiet für NATURA 2000 an die EU-Kommission zu melden. Mit der bisherigen Weigerung der Gebietsmeldung versucht die Tiroler Landesregierung, die gemäß der FFH-Richtlinie verpflichtende FFH-Verträglichkeitsprüfung für den geplanten Straßenbau zu umgehen.

     

    gez. Dr. Walter Treibel, Erster Vorsitzender der Sektion Oberland des DAV e.V.

    gez. Prof. Dr. Johann Sonnenbichler,1. Vorsitzender der Sektion München des DAV e.V.

    gez. DAV

    gez. Mag. Peter Hasslacher, OeAV

    gez. Ao. Prof. Dr. Norbert Weixlbaumer, Vorsitzender der CIPRA Österreich e.V.

    gez. Dr. Stefan Köhler, Präsident der CIPRA Deutschland e.V.

    gez. Dr. Günther Lutschinger, WWF Österreich

    gez. Prof. Dr. Hubert Weiger, Erster Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern e.V.

    gez. Dr Gotlind Blechschmidt, Irene Brendt, Mountain Wilderness Deutschland e.V.

    gez. Dr. Peter Jürging, Erster Vorsitzender des Vereins zum Schutz der Bergwelt e.V.

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