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Olympia 2026: Transparente Bauprojekte gefordert

28.05.2024 / Veronika Hribernik, CIPRA International
Über 5,72 Milliarden Euro für 79 Projekte: Italienische NGOs berichten über die Bauvorhaben rund um die Olympischen Winterspiele in Milano-Cortina 2026 und fordern eine zentrale Transparenz-Plattform zu Kosten und lokalen Auswirkungen.
Bild Legende:
Die Initiative «Open Olympics 2026» fordert transparente, legale und rechenschaftspflichtige Olympische Spiele. (c) Open Olympics

20 Organisationen – darunter CIPRA Italien und CIPRA Südtirol – stellten Mitte Mai 2024 das zivilgesellschaftliche Monitoring «Open Olympics 2026» vor. Ihre umfangreichen Recherchen ergaben: Über 5,72 Milliarden Euro stehen für 79 Bauvorhaben im Rahmen der Olympischen Spiele bereit. 1,6 Milliarden davon sind für die Durchführung der Spiele, weitere 4,12 Milliarden für damit verbundene Baumassnahmen. Mehr als zwei Drittel dieser Kosten entfallen auf 45 Strassenbauprojekte. Etwa die Hälfte davon sind in der Lombardei geplant, 14 in Südtirol und 13 in Venetien. Die Kritik: Bisher gibt es kein einheitliches, offizielles Kostenverzeichnis zu den geplanten Bauvorhaben. Bei vielen davon ist nicht klar, wer verantwortlich ist, wann sie fertiggestellt und welchen Nutzen sie in Zukunft haben werden – obwohl es sich um riesige Summen und massive Eingriffe in die Landschaft handelt.

Deshalb fordern die 20 nationalen und lokalen NGOs in ihrem ersten Monitoring-Bericht eine zentrale Transparenz-Plattform, die über einzelne Bauprojekte, Ausgaben und Baufortschritte informiert. Ihr Ziel: Nationale und internationale Verantwortliche rund um die Winterspiele 2026 (Behörden, Unternehmen, Internationales Olympisches Komitee) sollen verantwortungsvoll mit Ressourcen umgehen, korrupte oder ineffiziente Ausgaben verhindern und transparent über die Auswirkungen der Projekte auf Gesellschaft sowie Umwelt informieren. Das NGO-Netzwerk wird die weiteren Entwicklungen überwachen. Interessierte, die sich beteiligen möchten, können sich unter [email protected] melden. Inzwischen hat auch die Justiz eine Korruptionsuntersuchung gegen die Stiftung Mailand Cortina 2026 eingeleitet.

 

Quellen und weiterführende Informationen:
www.legambiente.it/news-storie/open-olympics-2026/ (it), www.ansa.it/sito/notizie/cronaca/2024/05/21/perquisizioni-alla-fondazione-milano-cortina-indagato-ex-ad_abe1d356-4a40-49b9-8d00-4393c5f0b697.html (it), www.umwelt.bz.it/aktuelles/presse/umweltverb%C3%A4nde-pm-open-olympics-cs-open-oplympics.html (de, it)