CIPRA Vertretungen:

Benutzerspezifische Werkzeuge

  Suchfilter  

News

Konzepte für eine Wirtschaft im Wandel

Commons benennen unterschiedliche Produkte und Ressourcen, die Menschen gemeinsam herstellen, pflegen oder nutzen. Das können Gewässer, Boden, Räume, Saatgut, Fahrräder, Wissen, Produktionsmittel oder Ozeane sein. Es kann grundsätzlich alles zum Commons werden. Damit Commons erhalten bleiben, braucht es Selbstorganisation und Regeln. Die Beteiligten handeln diese miteinander aus. Commons gehen über die Allmende und das Gemeingut hinaus (S.5).

In der Gemeinwohl-Ökonomie bedeutet erfolgreiches Wirtschaften, miteinander zu kooperieren statt zu konkurrenzieren. Das Ziel ist nicht der Finanzgewinn, sondern das grösstmögliche Wohlergehen jedes Einzelnen in einer Gemeinschaft. Unternehmen legen Werte wie soziale Verantwortung, ökologische Nachhaltigkeit, Solidarität, Transparenz und innerbetriebliche Demokratie in ihrer Gemeinwohl-Bilanz offen (S.14).

In der solidarischen Ökonomie steht die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse beim Wirtschaften im Mittelpunkt. Sie basiert auf sozialen Beziehungen und Selbstorganisation und versteht sich auch als wirtschaftliche Selbsthilfe. Andere Vereinbarungen ersetzen teilweise das Geld als Bewertungs- und Zahlungsmittel. Zu den Konzepten gehören Open-Source-Softwareprojekte, alternative Bildungseinrichtungen, Reparaturcafés, selbstverwaltete Betriebe und Tauschbörsen.

In der Kreislaufwirtschaft verbleiben Materialien, Produkte und Energie möglichst lange im wirtschaftlichen Kreislauf. Das verringert Ressourcenverbrauch, Abfall und Emissionen. Eine lange Nutzung hängt ab von erneuerbaren Rohstoffen, ökologischem und langlebigem Design, kurzen Lieferketten, Pflege und Reparatur, Wiederverwendung und Recycling. Dafür sind technische Lösungen und gesellschaftliches Umdenken gefragt, vor allem im Konsumverhalten (S.12).

Als Green Economy wird die Transformation hin zu einer nachhaltigen Wirtschaftsweise verstanden. Markwirtschaftliche Instrumente sollen ökologische Nachhaltigkeit, wirtschaftlichen Gewinn und soziale Inklusion gleichermassen ermöglichen. Das Wirtschaftswachstum soll sich dabei durch Effizienz und Kreislaufwirtschaft vom Ressourcenverbrauch entkoppeln. Ein weiteres Merkmal ist die monetäre und wirtschaftliche Bewertung von Naturkapital und ökologischen Dienstleistungen.

Mit dem European Green Deal will die Europäische Kommission die Netto-Emissionen von Treibhausgasen bis 2050 auf null senken und damit klimaneutral werden. Dafür hat sie einen Fahrplan mit Massnahmen erstellt.

Transition-Initiativen setzen sich als Teil einer weltweiten Bewegung in Städten und Gemeinden für eine gemeinschaftlich organisierte Gesellschaft und eine Transformation hin zu einer ökosozialen Wirtschaft ein. Sie verwandeln ihr lokales Umfeld in eine Art Reallabor, um ein klimafreundliches, zukunftsfähiges und gemeinschaftliches Zusammenleben zu erproben. Die Erhaltung von Commons, Gemeinwohl-Ökonomie, lokale Landwirtschaft durch Permakultur eine postfossile Wirtschaftsweise sind einige Aspekte, die Transition-Initiativen vorantreiben (S.9).

 

Quelle und weitere Informationen: www.cipra.org/szenealpen