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Jugend macht Klimapolitik

Beim «Jugendparlament zur Alpenkonvention» diskutieren Jugendliche aller Alpenländer jedes Jahr über alpenpolitische Themen. (c) YPAC

Das Thema des diesjährigen «Jugendparlaments zur Alpenkonvention» war hochaktuell: der Umgang mit dem Klimawandel. Mit einer Absichtserklärung bekräftigten die veranstaltenden Schulen und CIPRA International ihre langjährige Partnerschaft.

Kein eigentlicher Systemwechsel wurde in Meran/I gefordert, wie von den weltweiten Schulstreiks für das Klima. Doch da und dort drang die Unzufriedenheit der Teilnehmenden des «Jungendparlaments zur Alpenkonvention» mit der aktuellen Politik deutlich durch. Die jungen Menschen wollen mitreden, fühlen sich aber oft aussen vor gelassen. Das «Youth Parliament to the Alpine Convention», kurz YPAC, bietet eine Möglichkeit und Vorbereitung dazu. Es wird jährlich von zehn Schulen aus allen Alpenländern veranstaltet.

Die 14. Ausgabe in Meran griff mit dem Klimawandel ein komplexes und brisantes Thema auf. Während einer Woche von 25. bis 29. März 2019 debattierten die rund 80 GymnasiastInnen zwischen 16 und 19 Jahren darüber. «Wir sind am Scheideweg», betonte Georg Kaser von der Universität Innsbruck/A und Mitautor mehrerer Berichte des Weltklimarats IPCC. Er erklärte den Jugendlichen die Mechanismen der globalen Klimapolitik – und warum das politische System so träge ist. Seine Botschaft war ein Zitat der jungen schwedischen Klimaaktivistin Greta Thunberg: «Beginne mit dem, was getan werden muss, nicht mit dem, was politisch machbar ist!»

Von Verkehr bis Menschenrechte

Neun Forderungen zu den Unterthemen Ökologie, Gesundheit, Menschenrechte und Jugendbeteiligung erarbeiteten die Jugendlichen und legten diese am Freitag VertreterInnen aus Politik, Wissenschaft und Zivilgesellschaft vor, darunter Barbara Wülser, Co-Geschäftsführerin von CIPRA International. Sie hebt die Vielseitigkeit der Vorschläge lobend hervor: «Die Jugendlichen wissen, dass es beides braucht: eine vorausschauende und wirksame Klimapolitik von oben – etwa beim Transitverkehr oder beim Wassermanagement –, aber auch Initiativen von der Zivilgesellschaft, von unten.» Damit diese gedeihen könnten, brauche es passende politische Rahmenbedingungen – genau wie für die Jugendbeteiligung.

Leonardo Fior, Delegierter aus Bassano del Grappa/I, wies in seiner Rede beim Abschlussplenum des YPAC auf die gravierenden Auswirkungen auf die Menschenrechte hin, angefangen bei den Klimaflüchtlingen über veränderte Berufsfelder bis hin zum Trinkwasser: «Was unsere Vorschläge tun, ist, den Abstand zwischen Ideal und Wirklichkeit zu verkleinern. Um einem Schatten Substanz zu verleihen. Um ein paar Worte aufzugreifen, die vor Jahren geschrieben wurden, und ihnen eine neue Stimme zu geben. Unsere Stimme.»

CIPRA International kooperiert seit vielen Jahren mit dem YPAC. In Meran wurde diese Partnerschaft bekräftigt und mit einem «Memorandum of Understanding» erneuert. Diese Absichtserklärung betrifft insbesondere die inhaltliche Vorbereitung, die Öffentlichkeitsarbeit und die Einbindung von jungen Menschen in Alpenpolitik und in die Umweltszene.

 

Quellen und weiterführende Informationen: www.ypac.eu (en)