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Bahnverbindung Lyon-Turin: eine grenzübergreifende Frage

Die Proteste der Bevölkerung des italienischen Susa-Tals gegen den Bau einer neuen Bahnverbindung zwischen Turin/I und Lyon/F haben aussergewöhnliche Ausmasse erreicht. Über 50 000 Menschen haben am 16. November im Susatal und am 17. Dezember in Turin protestiert, als Reaktion auf die Gewalt der Polizei gegenüber der Bevölkerung. Die KritikerInnen in Italien rufen die Organisationen der anderen Alpenländer und insbesondere Frankreichs auf, zum Thema Stellung zu beziehen.
Am 7. Januar sind 21 französische Organisationen der Einladung der französischen Vertretung der Internationalen Alpenschutzkommission CIPRA nach Chambéry gefolgt, um ihre Standpunkte zu Lyon-Turin auszutauschen. Trotz Meinungsverschiedenheiten wurden auch viele gemeinsame Positionen gefunden. Die Mehrheit der Organisationen ist nicht a piori gegen die Bahnverbindung. Sie hinterfragen jedoch die Wirksamkeit zur Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene, Einflüsse auf die Umwelt, die sozio-ökonomische Notwendigkeit sowie den Mangel an Transparenz und Partizipation der Betroffenen am Entscheidungsprozess.
Um eine bessere Verständigung zur Thematik über die Grenzen hinweg zu erreichen, findet am 18. März ein Austausch zwischen den französischen und italienischen Organisationen statt.
Mit einer gemeinsamen Resolution haben die CIPRA-Vertretungen aller Alpenländer deutlich gemacht, dass trotz der unterschiedlichen Ausgangslagen in Frankreich und Italien die Verlagerung des Güterverkehrs von der Strasse auf die Schiene prioritär ist. Demzufolge sind die Pläne für neue alpenquerende Strassenverbindungen zu begraben. Des Weiteren verlangt die CIPRA eine vertiefte, aktuelle und unabhängige Überprüfung der technischen, ökologischen und wirtschaftlichen Aspekte des Lyon-Turin-Projekts. Abschliessend bringt die CIPRA ihre Solidarität mit der Bevölkerung des Susatals zum Ausdruck und betont die Notwendigkeit eines transparenten und partizipativen Entscheidungsfindungsprozesses.
Quelle und Infos: www.cipra.org (de/fr/it/sl)