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Alpentransitbörse: technisch machbar, effizient und kostengünstig

Um den alpenquerenden Schwerverkehr vermehrt auf die Schiene zu verlagern, könnte die so genannte Alpentransitbörse ein geeignetes Instrument sein. Eine vom Schweizerischen Verkehrsministerium in Auftrag gegebene Experten-Studie hat die technische Machbarkeit und wirtschaftliche Verträglichkeit einer solchen Börse bestätigt.
Es liegt nun am Schweizerischen Bundesrat, den politischen Entscheid zu fällen, ob und in welcher Form die Alpentransitbörse realisiert werden soll.
Die Alpentransitbörse beruht auf dem Prinzip einer limitierten Anzahl von alpenquerenden Lastwagenfahrten, wobei die einzelnen Fahrtrechte an der Internet-gestützten Börse gehandelt werden können. Die Idee stammt von der Umweltorganisation Alpen-Initiative, welche darin ein intelligentes Instrument sieht, um den Strassengüterverkehr über die Alpen zu reduzieren. Die unabhängige Studie bestätigt dies.
Die Experten haben dabei zwei Systeme untersucht, welche sie beide als umsetzbar erachten. Beim Slotmanagement-Modell, einem reinen Reservationssystem, erwerben die Transporteure Durchfahrtsrechte für einen bestimmten Zeitraum. Dieses System trägt nichts zur Erreichung des Verlagerungsziels bei, sondern führt lediglich zu einer Vermeidung von Lastwagen-Staus. Das Cap-and-Trade-Modell entspricht der Alpentransitbörse nach dem Vorschlag der Alpen-Initiative, wo eine beschränkte Anzahl von Durchfahrtsrechten versteigert und anschliessend unter den Transportunternehmen frei gehandelt wird. Damit lässt sich eine erwünschte Verkehrsverlagerung zielgenau ansteuern. Besonders beim Cap-and-Trade-System empfehlen die Autoren eine gemeinsame Einführung mit den benachbarten Alpenländern, um Umwegverkehr zu vermeiden.
Zur Zeit ist die Schweiz von ihrem Verlagerungsziel noch weit entfernt, wonach 2009 nur noch 650.000 Schwertransporte, halb so viel wie 2003, die Alpen queren sollen. Gemäss dem Verkehrsministerium wird die Börsen-Idee auf nationaler wie auch auf internationaler Ebene weiter verfolgt werden.
Quellen, Infos und Download der Studie: www.verkehr-schweiz.ch/dokumentation (de), www.alpeninitiative.ch/d/Aktuell.asp (de)