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Bürgerinitiativen setzen sich für das Verkehrsprotokoll ein

Bei der Jahresfachtagung in Salzburg kamen auch drei Initiativen zu Wort, die sich auf unterschiedlicher Ebene für die Umsetzung des Verkehrsprotokolls engagieren.
In Österreich setzt sich die Bürgerinitiative Transitforum Austria (tfA) für eine Verringerung der Transitbelastung im Alpenraum ein. Sie organisiert Informationskampagnen, Demonstrationen und Strassenblockaden, um die Bevölkerung zu mobilisieren, sich aktiv für die Erhaltung ihres Lebensraumes einzusetzen und Druck auf die Politik auszuüben. Die Ortsgruppe Zederhaus informierte die Tagungsteilnehmer während der Exkursion über die Belastungssituation an der Tauernautobahn. Fritz Gurgiser, Obmann vom tfA forderte bei der anschliessenden Podiumsdiskussion, das Transitproblem dort zu lösen, wo es entsteht und nicht dort, wo es unwiederbringliche dauerhafte und nachhaltige Schäden bringt. Nähere Informationen unter www.transitforum.at.

Die Schweizer Alpen-Initiative, die 1994 die Aufnahme des Alpenschutzartikels in die Schweizerische Bundesverfassung erwirkte, setzt sich auf politischer Ebene dafür ein, dass der Bund konkrete Schritte für die Verlagerung des Ferngüterverkehrs auf die Schiene unternimmt. Ihr Präsident Fabio Pedrina stellte bei der Tagung eine der Initiativen des Vereins vor: Die Alpentransitbörse. Über sie soll eine im voraus fixierte Zahl von Alpentransitrechten per Internet versteigert werden. Diese Zahl wird in Anbetracht einer technischen Dosierung (Unfallsicherheit) und einer umweltbedingten Dosierung (Schutz des alpinen Ökosytems und der Wohnbevölkerung) festgelegt. Neben der Vermeindung von Verkehrstaus könnte damit eine Reduktion des Schwerverkehrs mit marktwirtschaftlichen Mitteln effizient erreicht werden. Nähere Informationen unter www.alpeninitiative.ch.

Das interregionale Forum für Nachhaltige Entwicklung TRANSFORM setzt sich für die grenzüberschreitende Umsetzung der Alpenkonvention in der Region Alpenrhein (Österreich/Liechtenstein/ Schweiz) ein. Der österreichische Vorsitzende Andreas Postner forderte in seinem Vortrag eine stärkere Einbeziehung von ökonomischen Aspekten in die zukünftige Verkehrspolitik. So zeigte er beispielsweise auf, dass für die im Rheintal geplanten und schuldenfinanzierten Strasseninfrastrukturprojekte mit einem Tilgungszeitraum von ca. 50 Jahren gerechnet wird. Zu diesem Zeitpunkt werden nach wissenschaftlichen Analysen jedoch auch die fossilen Treibstoffvorräte erschöpft sein. Es erfolgt also eine Investition für eine Verkehrstechnologie, die gar keine Zukunft hat! Nähere Informationen bei Andreas Postner (archipost@aon.at).
Quelle: CIPRA-Info 70 www.cipra.org/de/alpmedia/publikationen/698