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Medienmitteilung

Zukunftsvisionen für die Alpen

09.12.2022
Wie könnten die Alpen in Liechtenstein und dem Rheintal in der Zukunft aussehen? Anlässlich des Internationalen Tages der Berge 2022 fand am 7. Dezember in Schaan eine Diskussionsrunde und die Prämierung des Kurzgeschichten Wettbewerbs zum Thema «Die Alpen von morgen» statt.
Bild Legende:
Vier der fünf Gewinner:innen des Kurzgeschichtenwettbewerbs: Carmen Sprenger, Giulia Bricci, Wolfgang Frommelt, Irène Heinrich (v.r.n.l) © Caroline Begle/CIPRA International

Wie werden wir in den Alpen leben, essen, wohnen und uns fortbewegen? Welchen Platz räumen wir Tieren und der Natur ein? Zu einer Lesung und Diskussionsrunde lud CIPRA International zusammen mit dem Literaturhaus, der Landesbibliothek, dem Skino, der Omni-Bücherei und Federfux am 7. Dezember nach Schaan ein. Anlässlich des Internationalen Tages der Berge blickten die Teilnehmenden im voll besetzen Literaturhaus realistisch und phantasievoll in die Zukunft.

Rhein, Berge und Alpwirtschaft von morgen

Ein Hotspot der Naturvielfalt, mit artenreichen Auwäldern an den Ufern, fischreichen Flussnischen, Sandbänken und Naturlandschaften als Erholungsraum für Familien mit Kindern: Das ist die Vision von Elias Kindle für den Rhein. In der Diskussionsrunde zum Thema «Die Alpen von morgen» blickte der Geschäftsführer der Liechtensteinischen Gesellschaft für Umweltschutz zusammen mit Wanderführerin Katharina Link und Teilzeit-Älplerin Anna Fuchs in die Zukunft. Die Idee der Rheinaufweitung ist in Liechtenstein schon lange Thema. Doch Landwirtschaft, Infrastruktur oder Biodiversität konkurrieren im kleinen Land um die knappe Fläche. «Wir müssen ein Bewusstsein dafür schaffen, warum wir die Biodiversität brauchen und wie stark wir in die Natur eingeflochten sind», ist Elias Kindle überzeugt.

Mehr Müll in den Bergen und Zecken in höheren Lagen: Wanderführerin Katharina Link beobachtet bei ihren Touren zahlreiche Veränderungen in der liechtensteinischen Bergwelt. Aufklärungsarbeit sei deshalb sehr wichtig. Doch die junge Generation gebe ihr Hoffnung: «Ich sehe, dass viele Kinder heutzutage sehr gut dafür sensibilisiert sind, keinen Müll in den Bergen zu lassen. Sie wissen zu schätzen, dass die Natur einen Wert hat.» Für die Zukunft wünscht sich die Wanderführerin mehr Respekt vor der Natur und den Menschen.

Viele denken bei den Alpen direkt an Kühe und Ziegen, handgemachten Käse oder fröhlich pfeifende Senn:innen. Doch die Alpwirtschaft ist viel mehr harte Arbeit denn Bergidylle, wie CIPRA-Praktikantin Anna Fuchs aus eigener Erfahrung weiss. Für die Teilzeit-Älplerin braucht es vor allem mehr Wertschätzung des Handwerks und des enormen Wissensschatzes, den wir mit der Alpwirtschaft bereits besitzen: «Wir gewinnen auf der Alp hochwertige Lebensmittel, und es wäre schön, wenn das in kleinen und lokalen Kreislaufen auch genutzt würde.»

Lesung und Prämierung der Kurzgeschichten

Die Zukunft als ständige Veränderung, ein Alpabtrieb per Drohne, Menschen als körperlose Gedankenwesen, ein Rückblick auf eine wenig empathische Hightech-Gesellschaft, Wildtiere in einer Winternacht: Fünf Kurz-geschichten, fünf Visionen wie das Leben in den Alpen zukünftig aussehen könnte. Nach der Diskussionsrunde fanden die Lesung und Prämierung des Kurzgeschichten-Wettbewerbs statt. Die Gewinner:innen Carmen Sprenger, Giulia Bricci, Wolfgang Frommelt, Irene Heinrich und Thomas Rheinstadler (von Kaspar Schuler vorgetragen) entführten das Publikum bei der Lesung ihrer Texte in unterschiedliche Zukünfte. Diese waren poetisch und stimmungsvoll, aber auch melancholisch und gesellschaftskritisch sowie humorvoll und ideenreich. Wer sich selber überzeugen möchte, kann die Kurzgeschichten auf www.cipra.org nachlesen. Dort werden sie im Laufe des Dezembers veröffentlicht.

 

Rückfragen sind zu richten an:

Maya Mathias, Projektleiterin Kommunikation, CIPRA International, [email protected]

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MM vom 09.12.2022 MM vom 09.12.2022