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Junge Stimmen, neue Ideen

Jugend in den Alpen (c) YPAC

Jugendliche wollen gehört und ernst genommen werden. Das braucht einen langen Atem. Die CIPRA unterstützt sie dabei.

7. September 2012, Ministerkonferenz der Alpen­kon­vention in Poschiavo/CH: Eine allerletzte Frage wird den Medienschaffenden an der Medienkonferenz gewährt. Isabella Hilber, 16, steht auf, alle Blicke sind auf die junge Frau geheftet. "Alle sagen immer, es ist erfreulich, dass wir da sind. Allerdings werden wir nur selten zu Wort gelassen. Warum ist das so?" Die vage Antwort der Schweizer Umweltministerin Doris Leuthard lässt die österreichische Vertreterin des Jugendparlaments zur Alpenkonvention nicht durchgehen. Durch Nachhaken entlockt sie dem damaligen deutschen Bundesumweltminister Peter Altmaier das Versprechen, immer ein offenes Ohr für die Jugendlichen zu haben.
15. März 2013, Jugendparlament zur Alpenkonvention in Sonthofen/D: Übermütig schwenkt Arzu Altintas, 19, Chefredakteurin der Pressegruppe, einen Brief Altmaiers. Ihre Kolleginnen und Kollegen strömen herbei. "Er hat uns nach Berlin eingeladen, um ihm unsere Resolution vorzutragen!" Der Brief ist die Antwort auf eine Einladung der Jugendlichen. Arzu hatte ihn formuliert und dabei die Worte des Bundesumweltministers an der Medienkonferenz in Poschiavo zitiert, zugespielt von der CIPRA, welche die Konferenz als Live-Stream auf Facebook festgehalten hatte und die Jugendlichen sowohl in Poschiavo als auch am Jugendparlament in Sonthofen zum Thema "Meine Alpenstadt der Zukunft" coacht.
26./27. Juni 2013, Cortina d'Ampezzo/I: 16 Jugendliche und junge Erwachsene diskutieren mit den Abgeordneten des Ständigen Ausschusses der Alpenkonvention ihre vorab eingereichten Fragen zur Green Economy. "New Generations for the Alps" heisst die vom italienischen Vorsitz lancierte Initiative, die die Alpenkonvention der jungen Generation näher bringen soll - und umgekehrt.
Frühling/Sommer 2013, in verschiedenen Alpenstädten: Jugendliche tragen die Resolution des Jugendparlaments zur Alpenkonvention an ihre Politikerinnen und Politikern zu Hause heran. Eingefädelt hat das der Verein "Alpenstadt des Jahres", dessen Geschäftsstelle die CIPRA betreut. An der Mitgliederversammlung sind sie ebenfalls präsent. Ob es die eine oder andere Forderung - zum Beispiel nach Studiengängen mit ökologischem Schwerpunkt - auf die politische Agenda der Alpenstädte schafft?
Oktober 2013, Bozen/I: Ein halbes Dutzend junge Menschen aus allen Alpenländern präsentieren den CIPRA-Delegierten ihre Ideen einer Zusammenarbeit - der CIPRA-Jugendbeirat ist geboren. Er berät die CIPRA-Gremien in allen Belangen.
Früchte eines fleissigen Jahres: Der Ständige Ausschuss, die Runde der ChefbeamtInnen bei der Alpenkonvention, hat das Thema Jugendbeteiligung auf die Agenda gesetzt, ebenso der Verein "Alpenstadt des Jahres". Aus der Einladung nach Berlin wurde eine Einladung zu einem Videochat in naher, aber unbestimmter Zukunft - die VertreterInnen des Jugendparlaments 2014 in Chamonix werden wohl nachhaken müssen. Die CIPRA wird sie wiederum unterstützen dabei, diesmal als offizielle Partnerin des Jugendparlaments zur Alpenkonvention.

Barbara Wülser
CIPRA International

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Bewährte Zusammenarbeit
Die CIPRA und der Verein "Alpenstadt des Jahres" vernetzen Jugendliche in den Alpen. Auftakt war im März 2013 das Jugendparlament zur Alpenkonvention in Sonthofen (Youth Parliament to the Alpine Convention YPAC). Es hat zum Ziel, Jugendlichen erste Erfahrungen in der politischen Entscheidungsfindung zu vermitteln.
Die CIPRA unterstützte die Lehrerschaft bei der inhaltlichen Vorbereitung, organisierte fachliche Unterstützung und coachte die Jugendlichen bei der Öffentlichkeitsarbeit. Das Städtenetzwerk sorgte für einen glatten Ablauf und die nötigen Finanzen. Es motivierte PolitikerInnen aus allen Alpenländern dazu, für einen Austausch mit den Jugendlichen nach Sonthofen zu fahren, in die "Alpenstadt des Jahres 2005". Dort brachte die CIPRA auch Jugendliche mit den nationalen Vertretungen zusammen, um Kooperationsmöglichkeiten auszuloten. Der CIPRA-Jugendbeirat ist daraus entstanden.
Diese Aktivitäten waren möglich dank der Unterstützung durch das EU-Programm "Jugend in Aktion", die Stadt Sonthofen, das bayerische Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit, das österreichische Lebensministerium und den Landkreis Oberallgäu.
www.cipra.org/jugend
www.alpenstaedte.org
www.ypac.eu

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Quelle: Jahresbericht 2013, CIPRA International, www.cipra.org/jahresberichte

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