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Bürger zeigen Flagge für das Riedberger Horn

Bild: CIPRA Deutschland

15.01.2016 - Rund 120 engagierte Bürger und Bürgerinnen haben am 14. Januar im Schneesturm über eine Stunde auf Ministerpräsident Seehofer gewartet, um diesen auf ihre Sorge um das Riedberger Horn aufmerksam zu machen. Umso größer war die Enttäuschung, als Seehofer – der sich ansonsten gerne bürgernah gibt - grußlos zum Neujahrsempfang der örtlichen CSU marschierte.

Lediglich der CSU Fraktionsvorsitzende Kreuzer sprach kurz mit den Bürgern. Er bestätigte, dass am Riedberger Horn rund 23 Millionen Euro für den Zusammenschluss der Skigebiete Grasgehren und Balderschwang als Investition geplant seien. Rechtliche Bedenken zur Zulässigkeit des Zielabweichungsverfahrens sieht der Allgäuer CSU-Politiker Thomas Kreuzer nicht. Vielmehr sei die Investition für das Überleben des Tourismus notwendig. Nach Auffassung der Umweltverbände ist ein Zielabweichungsverfahren nur für die Fälle zulässig, die dem Gesetzgeber bei der Verabschiedung des Alpenplans noch nicht bekannt waren. Die örtlichen Liftbesitzer drängen jedoch seit Jahrzehnten auf die Erschließung des Riedberger Horns. Der Alpenplan war zuletzt im Jahr 2013 als Teil des Landeseentwicklungsprogramms (LEP) - auch mit den Stimmen der allgäuer CSU Poltiker - novelliert worden.

Riedberger Horn darf kein Präzedenzfall für den Alpenplan werden

Im Oberallgäu am Riedberger Horn (Balderschwang-Grasgehren) laufen seit Herbst 2014 Planungen für neue Liftanlagen und Skipisten. Dabei droht erstmals in der 43jährigen Geschichte des Alpenplans eine Verletzung der Schutzzone C. Der Weg dazu soll in einem Zielabweichungsverfahren geebnet werden. Bislang ist die Zone C dem naturnahen Tourismus vorbehalten und eine Tabuzone für Lifte und Pisten. Das Bayrische Umweltministerium hat sich klar gegen die Erschließung ausgesprochen. Nun ist zu befürchten, dass die Umweltministerin Scharf auf Druck des Heimatministers Söder im bayerischen Kabinett überstimmt wird. Das Zielabweichungsverfahren für das Riedberger Horn ist ein Präzedenzfall für ganz Bayern. Wird einmal in die Ruhezone eingegriffen, drohen in Zukunft weitere Eingriffe in die Erholungslandschaft bayerische Alpen.

 weitere Infos:

http://rettet-das-birkhuhn.de/

http://www.br.de/nachrichten/schwaben/inhalt/seehofer-empfang-kempten-100.html

https://www.bayerische-staatszeitung.de/staatszeitung/kommunales/detailansicht-kommunales/artikel/streit-um-geplante-skischaukel-am-riedberger-horn.html

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