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Hochgeschwindigkeit rechnet sich nicht

Eurostar

Hochgeschwindigkeitsbahn: Mehr als zehn Millionen einfache Fahrten pro Jahr sind notwendig, damit die Emissionen aus dem Bau der Bahnstrecke ausgeglichen werden. © omer_shimkha / Flickr

Ökonomisch und ökologisch bringt die geplanten Hochgeschwindigkeitsstrecken Lyon-Turin nichts. Wissenschaftler rechnen vor.
Die italienische Regierung und Ministerpräsident Mario Monti haben dieser Tage viel Post bekommen: Wissenschaft, Kultur und Umweltorganisationen fordern ein Überdenken der geplanten Hochgeschwindigkeitsbahn Lyon-Turin. Denn sie rechnet sich weder ökonomisch noch ökologisch.
In einem Schreiben, das von rund 360 UniversitätsprofessorInnen, ForscherInnen und Fachleuten unterzeichnet wurde, heisst es, dass die Energiebilanz dieses Grossprojekts negativ sei: Bau und Betrieb der Hochgeschwindigkeitsstrecke verbrauchen mehr Energie und produzieren damit mehr Emissionen als sie je zu ihrer Reduktion beitragen würden. Auch hat sich der grenzüberschreitende Güterverkehr auf der Schiene zwischen 2000 und 2009 halbiert. Die Zahl der Fahrgäste sinkt ebenfalls. Das Polytechnikum Mailand kommt in einer Studie gar zum Schluss, dass die Nachfrage nach Schnellzügen sinkt und eine mögliche Zeitersparnis das Mobilitätsverhalten der Menschen nicht langfristig ändert. Ähnlich argumentieren zahlreichen VertreterInnen der italienischen Zivilgesellschaft in einem weiteren Appell. Die Regierung dürfe nicht in ein unnützes Projekt investieren. Die Gelder würde das Land anderswo dringender brauchen. Unter den Unterzeichnenden sind auch die Präsidenten von CIPRA Italien, CIPRA Frankreich und CIPRA International.
Quellen und weitere Informationen: www.pro-natura.it/torino/index (it), www.legambiente.it (it), www.eba.ca/eba/technical-digest/vol (en), www.vti.se/Global/Swopec%20test/CTS2011 (en), www.tema.unina.it/index.php/tema/article (en)