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Ökologische Vernetzung und Gesetzgebung: Instrumente statt Barrieren

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© Indrasesnsi Flickr

Das ECONNECT-Projekt verfolgt das Ziel, bestmögliche Bedingungen für eine ökologische Vernetzung im Alpenraum zu schaffen und so Art. 12 des Protokolls "Naturschutz" der Alpenkonvention umzusetzen: "Die Vertragsparteien treffen die geeigneten Maßnahmen, um einen nationalen und grenzüberschreitenden Verbund ausgewiesener Schutzgebiete, Biotope und anderer geschützter oder schützenswerter Objekte zu schaffen. Sie verpflichten sich, die Ziele und Maßnahmen für grenzüberschreitende Schutzgebiete aufeinander abzustimmen."
Ein wichtiger Teil des Projekts betrifft die rechtlichen Barrieren (Arbeitspaket 6). Mit diesem Thema beschäftigt sich federführend das italienische Umweltministerium gemeinsam mit EURAC, der Region Aostatal und CIPRA Frankreich. Die entsprechende Arbeit schreitet kontinuierlich voran, während ECONNECT in sein zweites Jahr startet.
Das Hauptziel dieses Arbeitspakets besteht darin, die Rechtsgrundlagen für ökologische Netzwerke in den verschiedenen Alpenländern zu prüfen, Beispiele zu liefern und Good Practices vorzuschlagen (wie etwa EVTZ, der Europäische Verbund für territoriale Zusammenarbeit, ein neues Instrument der Europäischen Union), um Verbindungen zwischen grenzüberschreitenden Schutzgebieten herzustellen und so die Migration und den Erhalt des Tier- und Pflanzenbestands im gesamten Alpenraum zu fördern.
So wird zum Beispiel derzeit von Experten der EURAC, einem innovativen Institut für angewandte Forschung im Herzen der Alpen, und der Region Aostatal eine Vergleichsanalyse der rechtlichen Rahmenbedingungen für ökologische Netzwerke in allen Alpenländern durchgeführt. Ein erster Vergleich findet zwischen Frankreich und Italien statt, um die aktuelle Lage zu bewerten und eine Methode zu entwickeln, die auf andere Gebiete übertragbar ist.
Die an diesem Arbeitspaket beteiligten Projektpartner analysieren darüber hinaus auch die rechtliche Situation in den Pilotregionen des ECONNECT-Projekts, bei denen es sich in vielen Fällen um grenzüberschreitende Gebiete handelt. CIPRA organisiert für den 6. Mai in Grenoble/Frankreich einen Workshop, der sich speziell mit den Pilotregionen befasst. Es handelt sich dabei um eine Folgeveranstaltung zu einem vorausgegangenen Workshop über die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zwischen alpinen Schutzgebieten, der auf Initiative des italienischen Umweltministeriums und EURAC am 19. April 2009 in Domodossola/Italien stattfand. Der Workshop wird auch Gelegenheit zur Diskussion der vorläufigen Ergebnisse einer Umfrage in den Pilotregionen bieten.
Die an der Umsetzung eines alpenweiten ökologischen Verbunds beteiligten Akteure werden bei diesem Workshop auch Gelegenheit haben, die rechtlichen Aspekte dieses gemeinsamen Vorhabens zu diskutieren. Die Ergebnisse der Workshops und der laufenden Analysen werden in einem Schlussbericht zusammengefasst und bei der für Dezember 2010 in Aosta/Italien geplanten Abschlusskonferenz zum Thema ökologische Vernetzung und Gesetzgebung vorgestellt.
Bis dahin wird dieses Arbeitspaket des Projekts hoffentlich zur stärkeren Bewusstseinsbildung unter den beteiligten Akteuren beitragen können, damit die Verwaltung von grenzüberschreitenden Korridoren besser abgestimmt und die Gesetzgebung nicht als Barriere sondern als Instrument wahrgenommen.
Mehr über das Projekt ECONNECT: www.econnectproject.eu