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Medienmitteilung

Nachhaltiges Bauen in Europas Berggemeinden

Das Haus von heute ist im Sommer schön kühl und im Winter schön warm, verbraucht kaum Energie und kurbelt, aus einheimischem Holz gebaut, die regionale Wirtschaft an. Wie Gemeinden in europäischen Berggebieten eine solche Baukultur etablieren, dem geht das Projekt MountEE nach. Sieben Partner in europäischen Berggebieten – darunter die CIPRA – arbeiten zusammen, um voneinander zu lernen und ihre Strategien und Bauweisen zu verbessern.

MountEE zeigt anhand von Beispielen wie dem Gemeindehaus in Raggal/A auf, wie Gemeinden ihre Energieziele erreichen können. © CIPRA International

Weltweit entfällt etwa die Hälfte des Energieverbrauchs auf das Bauen, Bewohnen und Renovieren von Häusern. In Europa wird in diesem Bereich die meiste Energie für die Raumwärme verbraucht, gefolgt von der Warmwasseraufbereitung. Die am häufigsten genutzten Energiequellen im Haus sind Heizöl und Gas. Beim Bauen und Renovieren gibt es daher ein grosses Potential, um Energie einzusparen.
Die Technik ist zumeist vorhanden. Woran es oft fehlt: an umsetzbaren Strategien und Anwendungswissen. Bergregionen in Schweden, den Pyrenäen und den Alpen möchten im Rahmen des Projekts «MountEE – nachhaltiges öffentliches Bauen» Abhilfe schaffen. Sie haben sich zum Ziel gesetzt, ihre Bau- und Renovierungsstrategien zu verbessern in Richtung mehr Energieeffizienz, mehr erneuerbare Energien und mehr Nachhaltigkeit. Unterstützt werden sie von der CIPRA und von Experten aus dem österreichischen Bundesland Vorarlberg, einer Vorreiter-Region in Sachen nachhaltiges Bauen. Das Bundesland mit seinen 370'800 Einwohnern und einer Bevölkerungsdichte von rund 140 Einwohnern pro Quadratkilometer will bis 2050 energieautark werden. Im Rahmen des Interreg-IIIA-Projekts «Ökologisches Bauen und Beschaffung» wurden hier bereits Umweltstandards für den Neubau und die Renovierung von Gebäuden sowie Werkzeuge für Ausschreibungen entwickelt und geprüft.

Herausforderung für Berggemeinden
Gemäss der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden müssen ab 2018 alle neuen und sanierten Gebäude dem NZEB-Standard (Nearly Net Zero Energy Building) für Niedrigstenergiehäuser entsprechen. Für viele Gemeinden ist der Übergang zum NZEB-Standard eine grosse Herausforderung. Den meisten fehlt es an Know-how, an Erfahrung und an Geld. Berggemeinden haben darüber hinaus mit weiteren Problemen wie extremen Klimabedingungen, schlechter Verkehrsanbindung, geringer Siedlungsgrösse, niedriger Bevölkerungsdichte und der Abwanderung qualifizierter Arbeitskräfte zu kämpfen.
Auf der internationalen Ebene werden für MountEE Know-how, Erfahrungen und Strategien aufgearbeitet und ausgetauscht. Unterstützt vom Energieinstitut Vorarlberg, dem Umweltverband der Vorarlberger Gemeinden und der Gebäudetechnik-Firma Spektrum erarbeiten die Partner massgeschneiderte regionale Strategien für die schwedischen Regionen Norrbotten und Dalarna, das italienische Friaul und die französischen Regionen Rhône-Alpes und Pyrenäen. In jeder der beteiligten Region werden im Laufe des Projektfortschritts mehrere öffentliche Gebäude nachhaltig gebaut oder saniert – als Modelle für Prozessmanagement und Vorzeigeobjekte für Energieeffizienz und den Einsatz erneuerbarer Energien im Berggebiet.

Regionale Netzwerke stärken
MountEE will vorhandenes Wissen zur Entwicklung regionaler Strategien und finanzieller Instrumentarien nutzen und laufende Bauprojekte unterstützen. Damit das Projekt gut verankert ist und die Erkenntnisse Bestand haben, werden entscheidende Akteure wie VertreterInnen der Politik, der Baubranche, der Verwaltung oder der finanzierenden Institutionen in die regionalen Aktivitäten mit einbezogen. Dank der Zusammenarbeit in regionalen Arbeitsgruppen bleibt das erarbeitete Know-how auch nach Projektabschluss nutzbar. Während der Laufzeit von MountEE über drei Jahre werden in Vorarlberg zudem Anwendungen für ein optimales Betriebsmanagement von Gebäuden entwickelt und an die Bedürfnisse der Partner in den anderen Bergregionen angepasst.
MountEE wird von der Europäischen Union im Rahmen des Programms «Intelligent Energy Europe» (IEE) drei Jahre lang finanziell gefördert. Das Programm unterstützt seit 2003 Organisationen, die die nachhaltige Energienutzung verbessern möchten und ist Teil einer breit angelegten Strategie zur Gestaltung der Energiezukunft. IEE unterstützt Bemühungen zur Effizienzsteigerungen und Strategien für erneuerbare Energien. Im Visier sind die EU-Energieziele 2020: eine Reduktion der Treibhausgase um 20 Prozent, eine Verbesserung der Energieeffizienz um 20 Prozent und ein Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtverbrauch von 20 Prozent.
Weitere Informationen und druckfähige Bilder sind verfügbar unter www.mountee.eu/de/infoservice/presse

Rückfragen bitte an:
Wolfgang Pfefferkorn, Projektleiter MountEE, CIPRA International
Carole Piton, Projektmitarbeiterin MountEE, CIPRA International,
+423 237 53 05 begin_of_the_skype_highlighting            +423 237 53 05      end_of_the_skype_highlighting, eMail



MountEE – nachhaltiges öffentliches Bauen

Gemäss der EU-Richtlinie über die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden müssen ab 2018 alle neuen und sanierten Gebäude dem NZEB-Standard (Nearly Zero Energy Building) entsprechen. Für viele Gemeinden, insbesondere für solche aus Berggebieten, ist der Übergang zum NZEB-Standard eine grosse Herausforderung. Das Projekt MountEE unterstützt Gemeinden in Schweden, den Alpen und den Pyrenäen dabei, ihre Ziele zu erreichen und sie zu Vorreitern in Sachen Energieeffizienz, erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit zu machen. In sechs Regionen werden 25-30 öffentliche Gebäude nachhaltig und energieeffizient neu gebaut oder renoviert.

Die CIPRA ist Lead Partner des Projekts, und als einer von sieben Projektpartnern verantwortlich für die Kommunikation. MountEE wird von der EU im Rahmen des Programms «Intelligent Energy Europe» für drei Jahre unterstützt.

www.mountee.eu  –  http://ec.europa.eu/energy/intelligent

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