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Medienmitteilung

Exempel am Riedberger Horn

Riedberger Horn (c) LBV

1ʼ300 Menschen sollen über die Zukunft des Riedberger Horns und damit des Bayrischen Alpenplans befinden. So will es Staatsregierung. Diese Entwicklung ist kein Einzelfall, wie die CIPRA mit einer Alpenkarte zum Projekt alpMonitor aufzeigt.

Vor einigen Tagen hat die Bayrische Staatsregierung beschlossen, dass 1ʼ300 Menschen in einer Bürgerbefragung über die Einhaltung des Alpenplans, eines bewährten Instruments für den Alpenschutz in Bayern/D, abstimmen sollen. Nicht wenige davon würden direkt oder indirekt vom Ausbau des Skigebiets am Riedberger Horn, um den es hier geht, profitieren. Stefan Witty, Geschäftsführer von CIPRA Deutschland, macht deutlich: «Alle Rechtsfragen sind geklärt und sprechen gegen den Bau der Skischaukel und der Piste.»

Wettrüsten im Wintersport

Der Ausbau würde mitten in einer Zone erfolgen, in der laut Alpenplan keine solchen Eingriffe getätigt werden dürfen. Der Entscheid, der nun mit einer rechtlich umstrittenen Bürgerbefragung in den beteiligten Gemeinden herbeigeführt werden soll, ebnet den Weg, die Causa Riedberger Horn zum Präzedenzfall zu machen. «Damit stünde einem masslosen Wettrüsten der bayrischen Skigebiete nichts mehr im Weg», betont Witty. Andreas Pichler, designierter Geschäftsführer von CIPRA International, doppelt nach: «Es ist bedenklich, wenn die Direkte Demokratie gegen den Alpenschutz ausgespielt wird.»

Zahlreiche Schutzgebiete bedroht

Das Riedberger Horn ist kein Einzelfall: Überall in den Alpen werden Schutzgebiete in Frage gestellt, zerstückelt oder in ihrem Schutzstatus herabgesetzt. Die CIPRA dokumentiert solche Veränderungen auf einer Alpenkarte im Rahmen des Projekts alpMonitor, ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Auch einige wenige Erfolgsgeschichten sind dabei. Das Herzstück sind Stimmen von Menschen vor Ort, die von diesen Veränderungen und von ihrem Bezug zur Natur erzählen.

Mensch braucht Natur

Immer öfter fordern VertreterInnen von Wirtschaft und Politik, dass Naturräume einen Beitrag zur regionalen Wirtschaft zu leisten haben. Diese Entwicklung birgt sowohl Chancen wie auch Risiken. Einerseits wird die Akzeptanz erhöht, aber die Kommerzialisierung wird ebenso gefördert. «Ein Schutzgebiet ist nicht Selbstzweck, sondern bringt einen Mehrwert für Mensch und Natur», verdeutlicht Martha Dunbar, Projektleiterin Biodiversität und Landschaft bei CIPRA International.

Rückfragen sind zu richten an:

Barbara Wülser, Kommunikationsverantwortliche CIPRA International, barbara.wuelser@cipra.org; +423 237 53 11

Stefan Witty, Geschäftsführer CIPRA Deutschland, stefan.witty@cipra.org; +49 8143 27 15 011



Der Veränderung auf der Spur

Die CIPRA macht mit alpMonitor auf Veränderungen in den Alpen und daraus entstehende Chancen und Herausforderungen aufmerksam. Ein gutes Leben in den Alpen zu erhalten und auch künftigen Generationen zu ermöglichen, ist das oberste Ziel. Dazu gehören insbesondere auch ein ausgewogener Naturhaushalt und eine intakte Landschaft. Im Handlungsfeld «Natur und Mensch» fragt die CIPRA danach, wie die öffentliche Wahrnehmung für den Stellenwert der Naturräume geschärft werden kann, damit die Menschen für ihre Lebensgrundlagen einstehen.

Grosse Beachtung fanden der Offene Brief von CIPRA International zu Händen der Raumplanungskonferenz der Alpenländer von April in Murnau/D und der Aufruf von CIPRA Deutschland, Österreich und Südtirol für einen Stopp der grossflächigen Erweiterung von Skigebieten.

http://alpmonitor.cipra.org
www.cipra.org/de/news/internationaler-stopp-fuer-flaechenhafte-erweiterung-von-skigebieten-gefordert (de)

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