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Skilifte: immer neu, immer mehr

Das «Tal der weissen Gipfel», ein bisher unerschlossenes Gebiet ist durch neue Skigebietsverbindungen bedroht. © Marcello Donedynaz

Von Zermatt/CH bis Comelico/I: Die Erschliessung neuer Skigebiete geht trotz Klimawandels und eines Überangebots an Pisten und Liftanlagen weiter.

Kriselnde Skigebiete und verlassene Liftanlagen infolge des Klimawandels: Um dem entgegenzuwirken, werden bestehende Skilifte modernisiert und immer schnellere und grössere Anlagen gebaut. Hinzu kommt der systematische Einsatz von Beschneiungsanlagen, um möglichst alle Pisten schneesicher zu machen. Aber das ist noch nicht genug. Ab 2021 wird eine Seilbahn Zermatt/CH mit Cervinia/I verbinden, in einer der am intensivsten durch Skigebiete erschlossenen Alpenregionen. Neue Erweiterungsprojekte und Skigebietsverbindungen betreffen auch bisher unberührte Landschaftsräume der italienischen Alpen. Von West nach Ost bedrohen mindestens vier Vorhaben Gebiete, die sich bislang eine weitgehend intakte Natur bewahrt haben.

Ein Seilbahnprojekt ist im Vallone delle Cime Bianche, dem «Tal der weissen Gipfel» geplant – einem Gebiet von aussergewöhnlicher Schönheit, das sich von Saint Jacques des Allemands/I (Val d’Ayas) in Richtung Cervinia im Aostatal erstreckt. Die Alpe Devero im Piemont/I, ein Schutzgebiet inmitten einer bezaubernden Alpenregion, die sowohl im Sommer wie auch im Winter von Wanderern und Skitourengehern besucht wird, ist durch ein Grossprojekt bedroht, das unter anderem eine Seilbahnverbindung mit dem Skigebiet San Domenico di Varzo vorsieht. Gegen dieses Vorhaben und für den Schutz der Alpe Devero wurden mit einer Petition bereits über 76’000 Unterschriften gesammelt. Im Nationalpark Stilfserjoch/I ist im Rahmen der Initiative «Ortler Ronda» die Errichtung einer neuen Aufstiegsanlage und einer Skipiste geplant. Eine weitere Skigebietsverbindung soll zwischen dem Pustertal in Südtirol und Comelico im Veneto realisiert werden. Sie hätte für das Gebiet Comelico nur einen minimalen wirtschaftlichen Nutzen, aber die Kosten für die künstliche Beschneiung wären enorm.

Um diese Projekte sowie um den Energieverbrauch und die Kosten für die künstliche Beschneiung, die oft von den öffentlichen Gebietskörperschaften zu tragen sind, geht es im Dossier von Legamiente «Nevediversa 2019. Sport invernali e cambiamenti climatici». Auch der Newsletter des Vereins Dislivelli vom März 2019 informiert ausführlich über die Trends im Wintertourismus und wie dieser vom Klimawandel beeinflusst wird.

 

Quellen und weitere Informationen:

www.repubblica.it/viaggi/2019/02/27/news/zermatt_cervinia_in_funivia_per_non_sciatori_dal_2020-220250107/ (it),
www.legambiente.it/wp-content/uploads/Dossier-Nevediversa-2019.pdf (it),
www.dislivelli.eu/blog/immagini/foto_marzo_2019/95_WEBMAGAZINE_marzo19.pdf (it),
www.change.org/p/salviamo-l-alpe-devero-basta-costruire-impianti-pi%C3%B9-natura-per-tutti-presidente-regione-piemonte-it-regionepiemonte (it),
www.tageszeitung.it/2019/02/21/nein-zum-glasturm/,
www.altoadige.it/cronaca/cai-e-avs-no-alla-torre-del-coronelle-1.1917997 (it)