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Olympische Winterspiele: 2026 wieder in den Alpen?

Auf den Spuren von Turin: Mailand und Cortina bewerben sich für Olympische Winterspiele 2026. (c) CIPRA Italia, Francesco Pastorelli

Anfang Januar 2019 reichten Mailand und Cortina d’Ampezzo/I ihre gemeinsame Bewerbung ein und gehen damit gegen Stockholm/SE ins Rennen um die Austragung der Olympischen Spiele. Das IOC trifft seine Entscheidung im Juni.

Mit grosser Wahrscheinlichkeit werden die Olympischen Winterspiele 2026 in den Alpen ausgetragen, oder besser gesagt, zum Teil in den Alpen und zum Teil in einer Grossstadt in der Po-Ebene. Denn die Wahrscheinlichkeit, dass die Entscheidung über die Austragung der XXV. Winterspiele zugunsten des Bündnisses von Mailand und Cortina ausfallen wird, ist vor kurzem gestiegen. Nach den Alpenstädten Sion/CH, Graz/A und Innsbruck/A, der japanischen Stadt Sapporo hat auch das kanadische Calgary seine Kandidatur zurückgezogen. Dem letzten verbliebenen Gegenkandidat Stockholm hat der eigene Stadtrat die Unterstützung entsagt. Somit bereitet sich das Bündnis der Metropole Mailand und des Dolomitenortes Cortina d’Ampezzo auf die die Austragung der Winterspiele vor – aus Mangel an Alternativen. Dass einige Orte ihre Bewerbungen zurückgezogen und die Einwohner von Innsbruck, Sion und Calgary jeweils per Volksentscheid die Kandidatur ihrer Stadt lautstark abgelehnt haben, dürfte auch jene Vertreter des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) nachdenklich stimmen, die weiterhin ein Modell der Olympischen Spiele der Superlative propagieren, welches aus Kosten- und Umweltgründen längst nicht mehr tragbar ist.

Laut dem Bewerbungsdossier von Mailand und Cortina sollen es Spiele im Zeichen der Nachhaltigkeit mit enormen positiven Auswirkungen auf die Region und geringem Kostenaufwand werden. Leider zeigt jedoch die Erfahrung, dass die Rechnung erst nach Veranstaltungsende gemacht werden kann. Denn auch beim letzten Mal, als die Olympischen Winterspiele in den Alpen ausgetragen wurden (Turin 2006), belief sich die Kostenschätzung im ersten Bewerbungsdossier auf 500 Millionen Euro. Die Schlussbilanz betrug mehr als 3 Milliarden Euro für Organisationskosten, den Bau von Infrastrukturen und einigen Sportkathedralen in der Einöde. Die jetzige Doppelbewerbung hat jedoch im Vergleich zu den anderen Bewerbungen vielleicht einen positiven Aspekt: Die Ausschreibungen für die Bauvorhaben verteilen sich auf ein großes Gebiet und konzentrieren sich nicht nur in einer einzigen Bergregion. Einige Sportstätten gibt es zwar schon, jedoch müssen sie modernisiert oder neu gebaut werden, wie zum Beispiel die Bobbahn in Cortina d’Ampezzo. Sorgen hingegen bereiten neben der Unterschätzung der Kosten auch die unvermeidlichen Infrastrukturprojekte wie Speicherbecken für die künstliche Beschneiung, Strassen, Parkplätze und olympische Dörfer – vor allem in den Bergregionen der Dolomiten und des Valtellina. Sie hätten erhebliche Auswirkungen auf die Umwelt.

«Seit Jahren fordert die CIPRA ein Umdenken des IOC in Bezug auf die Ausrichtung der Olympischen Winterspiele. Wir sind der Meinung, dass der Alpenraum nicht geeignet ist, die Spiele so auszutragen, wie sie vom IOC konzipiert werden», sagt Francesco Pastorelli, der Geschäftsführer von CIPRA Italien.

 

Quellen und weiterführende Informationen:

www.cipra.org/de/dossiers/olympische-winterspiele
https://www.milanocortina2026.coni.it/images/CandidatureFile_MilanoCortina2026_eng.pdf (en), https://www.lastampa.it/2019/01/11/sport/olimpiadi-invernali-il-dossier-milanocortina-al-cio-sfida-a-stoccolma-yba6xydTZ7LKjmPob0ifOJ/pagina.html (it)

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