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Nachhaltiger leben durch Corona?

Corona macht‘s möglich: Temporäre Fahrradwege in Wien, Grenoble und Turin.

Pop-Up Fahrradwege in Städten, Bio-Boom bei Lebensmitteln – Corona befördert den Trend zu nachhaltigeren Lebensstilen auch in den Alpenländern. Ein Trend, der womöglich gekommen ist, um zu bleiben.

Die Corona-Pandemie brachte den öffentlichen Verkehr weitestgehend zum Erliegen, viele Menschen ohne Auto sind in dieser Zeit auf das Fahrrad umgestiegen. Stadtverwaltungen reagierten mit Pop-Up-Radwegen, auch um die Mindestabstände weiterhin gewährleisten zu können. Mailand/I richtete kurzerhand rund 35 Kilometer temporäre Radwege ein. Auch in Wien/A wurden viel benutzte Strassen um temporäre Radwege erweitert, ebenso wie in Grenoble/F und Turin/I. Italiens bekannteste Autostadt hat sogar die zulässige Höchstgeschwindigkeit von insgesamt 27 Stassen auf 20 km/h reduziert. In München/D und Zürich/CH wird die Einrichtung temporärer Radwege ebenfalls diskutiert. Frankreich subventioniert die Reparatur von Fahrrädern mit 50 Euro pro Person und insgesamt 60 Millionen Euro, um langfristig mehr Menschen zum Radfahren zu animieren.

Bio boomt bei Lebensmitteln

Auch beim Konsum von Lebensmitteln zeigt sich seit dem Ausbruch der Pandemie ein neuer Trend – ein starker Anstieg beim Einkauf von Bio-Lebensmitteln. In der Schweiz macht dieser laut BioSuisse bis zu 30 Prozent aus. In Deutschland liegen die Absatzsteigerungen sogar zwischen 30 und 60 Prozent. KonsumentInnen kochen in Zeiten von Homeoffice und geschlossenen Restaurants vermehrt selbst und scheinen dabei auch eher bereit zu sein, Biolebensmittel zu kaufen. Hier spielen Aspekte wie Regionalität, die Art der Erzeugung und die Qualität eine wichtige Rolle.

Auswirkungen auf Lebensstile

In Zeiten von Corona setzen sich nachhaltige Lebensstile stärker durch, meint Katharina Conradin, Präsidentin von CIPRA International. «Veränderungen, die bisher sehr langsam und lange gedauert haben, passieren nun innerhalb kürzester Zeit.» Ob Fahrradfahren oder der Einkauf von regionalen Bio-Lebensmitteln: CIPRA-Projekte wie «Nachhaltige Lebensstile in den Alpen» oder «LOCAL - Low Carbon Alpine Lifestyle» hätten bereits in der Vergangenheit Wege aufgezeigt, «wie ein gutes Leben in den Alpen im Einklang mit Klimaschutz und Umweltbewusstsein möglich ist», so Conradin. Die CIPRA hat eine alpenweite Umfrage zu den Auswirkungen der Corona-Pandemie auf unsere Lebensstile durchgeführt, die der Entwicklung zukünftiger Projekte dient.

Quellen und weitere Informationen:

www.lastampa.it/torino/2020/05/10/news/venti-all-ora-27-controviali-di-torino-sfilati-alle-auto-e-regalati-alle-bici-1.38826985 (it), www.derstandard.at/story/2000117320588/hebein-ueberrascht-die-wienerinnen-und-wiener-mit-einem-pop-up, www.placegrenet.fr/2020/05/10/pistes-cyclables-transitoires-ouvertes-agglomeration-grenobloise-deconfinement/293801 (fr), vision-mobility.de/news/corona-krise-auch-in-muenchen-pop-up-bike-lanes-geplant-47228.html, tsri.ch/zh/umverkehr-pop-veloweg-sp-zurich-gessnerallee-corona/, www.bbc.com/news/world-europe-52483684 (en), www.lefigaro.fr/flash-eco/borne-annonce-un-triplement-du-budget-dedie-au-plan-velo-20200528 (fr), www.theguardian.com/world/2020/apr/21/milan-seeks-to-prevent-post-crisis-return-of-traffic-pollution (en), www.neweurope.eu/article/france-offers-bike-repair-subsidies-to-boost-cycling-post-lockdown/ (en), www.zeit.de/news/2020-04/02/analyse-corona-krise-stoppt-pommes-markt, www.schweizerbauer.ch/politik--wirtschaft/agrarwirtschaft/konventionelle-lebensmittel-viel-zu-billig-57437.html, www.oekolandbau.de/handel/marktinformationen/der-biomarkt/marktberichte/bio-handel-waechst-waehrend-der-corona-pandemie/