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Tirol setzt Skigebieten Grenzen

In Tirol/A wird es künftig schwieriger, Genehmigungen für neue Seilbahnen zu erhalten. Bisher wurden Genehmigungen für Seilbahnen und Skipisten auf der Basis von so genannten Seilbahngrundsätzen erteilt, die unverbindlich und rechtlich schwer zu fassen waren.
Seit Anfang 2005 liegt der Genehmigungspraxis nun das "Raumordnungsprogramm Seilbahnen und Skigebiete Tirol 2005" zugrunde, das aus Sicht des Umweltschutzes eine deutliche Verbesserung bietet. Das Programm hat Verordnungsrang, ist also verbindlicher und gilt für die gesamte alpine Raumordnung. Seilbahnbetreiber sind jetzt verpflichtet, Wander- und Skitourengebiete und regionalwirtschaftliche Interessen stärker zu berücksichtigen. Zudem müssen Schutzgebiete und die Tatsache in die Planung einbezogen werden, dass durch neue Lifte unter Umständen mehr Verkehr entsteht. Schutzgebiete geniessen in der neuen Verordnung besonderen Schutz: bestehende Pisten oder Lifte dürfen hier nicht mehr erweitert werden. Ein Viertel der gesamten Landesfläche steht unter Schutz und ist somit von weiterer Erschliessung ausgenommen. Neuerschliessungen sind generell verboten, zudem hat die Landesregierung den Begriff der "Neuerschliessung" im neuen Gesetzt eng definiert, um zu vermeiden, dass durch "Schlupflöcher" Regelungen umgangen werden können. Erweiterungen werden nur nach einer strengen Prüfung anhand von Ausschluss- und Positivkriterien genehmigt. Als ein Positivkriterium gilt beispiels-weise die Schneesicherheit eines Gebietes. Die Praxis wird hier zeigen, ob Genehmigungen tatsächlich aufgrund mangelnder Schneesicherheit verwei-gert werden und in welchem Ausmass künstliche Beschneiung akzeptiert wird. Die Erweiterung von Skigebieten auf Gletschern wird stark eingeschränkt, ist aber nicht endgültig vom Tisch. In der Präambel werden die anderen Alpenländer aufgefordert, alle Protokolle der Alpenkonvention zu ratifizieren, um Chancengleichheit in den Skigebieten zu gewährleisten.
Infos und Quelle: Cipra International und Österreichischer Alpenverein