Hochwasserschutz und naturbasierte Lösungen verbinden

Im Projekt FLOW-BIOS arbeiten fünf Biosphärenparks gemeinsam mit der Universität für Bodenkultur Wien und CIPRA International daran, wie naturbasierte Lösungen auf privaten Flächen erfolgreich umgesetzt werden können.

Flüsse brauchen mehr Raum, Rückhalteflächen müssen gesichert werden, und Wasser sollte dort gespeichert werden, wo es anfällt: Naturnaher Hochwasserschutz funktioniert in der Praxis sehr gut, doch häufig scheitert er an Fragen des Eigentums. Hier setzt das FLOW-BIOS an, als eines der wenigen Projekte, an dem alle vier österreichischen Biosphärenparks beteiligt sind: Wienerwald, Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge, Murtal und Grosses Walsertal. Ausserdem beteiligt ist auch die UNESCO Biosfera Engiadina Val Müstair in der Schweiz. Die Biosphärenparks haben erkannt, dass auch sie eine Rolle im Hochwasserschutz spielen können. Mit FLOW-BIOS vertiefen sie ihre im Vorgängerprojekt MultiBios begonnene Zusammenarbeit in diesem Bereich. Viele Flächen für wirksamen Hochwasserschutz sind in privatem Besitz. Das verursacht Konflikte zwischen Hochwasserschutz, Ökologie und landwirtschaftlicher Nutzung, wirtschaftlichen Überlegungen und Risikovorsorge. «In FLOW-BIOS arbeiten wir daran, diese Spannungsfelder sichtbar zu machen und Wege zu finden, wie Hochwasserschutz und naturbasierte Lösungen in Einklang gebracht werden können – etwa durch Anreize, Kooperationen und faire vertragliche Vereinbarungen», erklärt Wolfgang Pfefferkorn, Projektleiter bei CIPRA International. Dazu organisiert er gemeinsam mit den Projektpartnern vier Co-Creation-Workshops, zwei davon vor Ort in den Biosphärenparks, verbunden mit Exkursionen. Die Forschungsergebnisse werden zudem in lokalen Medien, wissenschaftlichen Publikationen und Vorträgen verbreitet.