FLOW-BIOS

Im Umgang mit alpenweit steigenden Hochwasserrisiken leisten naturbasierte Lösungen (NbS) einen wichtigen Beitrag, doch dafür braucht es Flächen, die oft in privater Hand sind. Deshalb untersucht das Projekt FLOW-BIOS gemeinsam mit österreichischen und schweizerischen UNESCO-Biosphärenreservaten, wie NbS auf privaten Flächen erfolgreich implementiert werden können.

Hochwasserrisiken stellen eine bedeutende gesellschaftliche Herausforderung dar, die in den kommenden Jahren und Jahrzehnten aufgrund verschiedener globaler und lokaler Entwicklungen weiter zunehmen wird. Insbesondere der Klimawandel verändert das Auftreten und die Intensität von Hochwasserereignissen und wird voraussichtlich zu höheren ökonomischen und sozialen Schäden führen. Neben den biophysikalischen Herausforderungen werfen auch wichtige soziale und politische Entwicklungen wie etwa das EU-Renaturierungsgesetz neue Fragen auf, wie Flüsse in Zukunft gestaltet werden sollen bzw. müssen. Hierzu können insbesondere naturbasierte Lösungen (NbS) einen wichtigen Beitrag leisten, um unterschiedlichen Ansprüchen gerecht zu werden. Allerdings benötigen NbS Flächen, die weit über das hinausgehen, was von der öffentlichen Hand allein bereitgestellt werden kann. Der Anspruch, private Flächen für die Umsetzung von NbS zu nutzen, führt jedoch häufig zu erheblichen Gerechtigkeitsfragen und Konflikten. An dieser Stelle können Biosphärenreservate eine wichtige Brückenfunktion übernehmen und die Umsetzung von NbS gezielt vorantreiben. Das Projekt FLOW-BIOS untersucht gemeinsam mit österreichischen und schweizerischen Biosphärenreservaten, wie NbS auf privaten Flächen erfolgreich implementiert werden können, um unterschiedliche lokale, nationale und europäische Ziele miteinander zu verbinden und bestehende Ungleichheiten abzumildern.

Vollständiger Projektname

Landnutzung und naturbasierte Lösungen für das Hochwasserrisikomanagement in Biosphärenreservaten

Projektziele

  • Entwicklung von Werkzeugen für Kooperation, Austausch und Beteiligung der Akteure im Projekt.
  • Strukturierte Reflexion über kontextbezogene naturbasierte Lösungen (NbS).
  • Umsetzung von NbS auf Privatflächen durch innovative, anwendbare Strategien zur Förderung des Implementierungsprozesses in Biosphärenreservaten (BRs).
  • Fokus auf NbS als zentrales Element des Hochwasserrisikomanagements in BPs.
  • Förderung von Biodiversität, Klimaschutz und -anpassung als zentrale, positive Nebeneffekte von NbS.
  • Unterstützung eines transdisziplinären Prozesses zur Analyse gesellschaftlicher Herausforderungen bei der Umsetzung von NbS in BRs.
  • Einbindung in nationale und internationale Forschungsprogramme und politische Rahmenwerke (z. B. Euro MAB).
  • Internationale Kooperation zur Übertragbarkeit der Ergebnisse auf weitere europäische und nicht-europäische BPs.
  • Beitrag zu neuem Wissen über Resilienzstrategien von Biosphärenreservaten im Umgang mit Hochwasserrisiken.

Aktivitäten

  • Vier Co-Creation Workshops, zumindest zwei davon finden Face-to-Face statt. Der erste Workshop findet im Biosphärenpark Wienerwald statt, der zweite im Biosphärenpark Salzburger Lungau. Die Workshops werden Exkursionen vor Ort kombiniert.
  • Im abschliessenden Workshop liegt der Schwerpunkt auf gemeinsamen Überlegungen und Erkenntnissen zum transdisziplinären Forschungsprozess und zu den inhaltlichen Ergebnissen.
  • Es sind verschiedene Massnahmen zur Verbreitung der Forschungsergebnisse geplant, die sich an unterschiedliche Zielgruppen richten:
    •    Mindestens zwei wissenschaftliche Publikationen in Fachzeitschriften stellen Ergebnisse und Methodik dar. 
    •    Wissenschaftliche Vorträge auf zwei oder mehr nationalen und internationalen wissenschaftlichen Veranstaltungen. (z.B. International Mountain Conference, Klimatag)
    •    Ein kompakter Policy Brief, der die wichtigsten Projektergebnisse zusammenfasst. 
    •    Die breite Öffentlichkeit wird über Pressemitteilungen in lokalen Medien informiert, die von den jeweiligen Pressestellen der Projektpartner verbreitet werden.
    •    Die CIPRA kommuniziert die Projektergebnisse über seine Kommunikationskanäle (alpMedia-Newsletter, Themenheft «Szene Alpen», CIPRA-Website in allen Alpensprachen). 
    •    Darüber hinaus bringt die CIPRA die Ergebnisse in die Arbeitsgremien der Alpenkonvention (wie beispielsweise den Alpinen Klimarat) und die Eusalp-Aktionsgruppen ein.

    Laufzeit

Mai 2026 – April 2028

Projektpartner

  • Verein CIPRA International
  • Universität für Bodenkultur Wien (Landschaftsplanung, Soziale Ökologie)
  • Am Projekt beteiligen sich die folgenden UNESCO-Biosphärenreservate: Biosphärenpark Wienerwald/A, Biosphärenpark Salzburger Lungau & Kärntner Nockberge/A, Murtal/A, Biosphärenpark Großes Walsertal/A, UNESCO Biosfera Engiadina Val Müstair/CH

Projektsprachen

Deutsch, Englisch

Kontakt

Wolfgang Pfefferkorn, wolfgang.pfefferkorn@cipra.org

Finanzierung

Das auf zwei Jahre angelegte Forschungsprojekt wird von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften im Rahmen des Programms «Man and Biosphere» (MAB) der Unesco mit 275'000 Euro finanziert.