Ein Hitze-Sommer auch für die Gletscher
Vom 17. August bis zum 3. September 2026 durchquerte die «Gletscherkarawane» den Alpenbogen, um den Zustand verschiedener Alpengletscher zu untersuchen: Eine Nullgradgrenze über 4.800 Metern, wenig Schnee und Trockenheit sind die Ursachen für den Rückgang, die Instabilität und den Zusammenbruch der Gletscher. Verstärkte Massnahmen zur Eindämmung des Klimawandels und zur Anpassung an dessen Folgen sind dringender denn je.
Die internationale Kampagne von Legambiente, CIPRA Italien und der Italienischen Glaziologischen Stiftung startete diesmal am Gletscher Grande Motte in der Vanoise/F. Anschliessend führte sie zum Mont Blanc/F, zum Forni-Gletscher in der Lombardei/I und zum Montasio-Gletscher in Friaul-Julisch Venetien, um schliesslich am Coolidge-Gletscher des Monviso zu enden. Für die Alpengletscher war der Sommer 2026 noch schlechter als 2022 und 2023.
«Mit dem Temperaturanstieg und der anhaltenden Klimakrise nimmt die Schneemenge ab, die Schneeschmelze setzt früher ein, die Gletscher verlieren an Masse, es ändern sich sowohl die Zeitpunkte als auch die Art und Weise, wie das Wasser in Bäche und Flüsse gelangt», erklärt Vanda Bonardo von Legambiente Alpi und Präsidentin von CIPRA Italien.
Mit der letzten Etappe erreichte die «Gletscherkarawane» den Fuss des Monviso, um die Verbindung der Berge und Täler mit der Ebene zu unterstreichen: Hier entspringt mit dem Po der längste Fluss Italiens – auch ihm setzte die Dürre zu. dem . Der Coolidge-Gletscher ist fast vollständig verschwunden. Aufgrund des schwindenden Permafrosts häufen sich Felsstürze an der Nordostwand des Monviso (ein riesiger Felssturz ereignete sich wenige Stunden nach dem Durchzug der Gletscherkarawane).
Im Rahmen der Tagung «Schmelzendes Eis – Flüsse im Wandel», mit der die Karawane ihren Abschluss fand, setzten sich Wissenschaftler:innen, Institutionen und Verbände mit den neuen Herausforderungen im alpinen Wassermanagements auseinander – von alpinen Risiken bis hin zur Wasserknappheit in der Ebene als Folgen der Klimakrise. Man könne nicht immer nur den Notfällen hinterherlaufen, lautete das Resümee der Tagung. Vielmehr sei eine europäische Wasserpolitik von grundlegender Bedeutung, die nicht nur die Gletscher, sondern auch die damit verbundenen Ressourcen berücksichtigt. Die Klimakrise und die Wasserkrise müssten mit strukturellen Massnahmen zur Eindämmung und Anpassung bewältigt werden. Die Präsentationen der Konferenz können hier heruntergeladen werden.
Der Bericht zur Gletscherkarawane 2026 wird im Dezember veröffentlicht.
Quellen und weiterführende Informationen:
www.legambiente.it/comunicati-stampa/i-tre-alert-rossi-del-monviso-il-punto-della-v-tappa-di-carovana-dei-ghiacciai (it), www.legambiente.it/comunicati-stampa/estate-2026-horribilis-per-alpi-e-ghiacciai-il-bilancio-di-carovana-dei-ghiacciai/ (it), www.legambiente.it/wp-content/uploads/2025/07/Governace-Ghiacciai_manifesto.pdf (it), www.repubblica.it/green-and-blue/2026/08/20/news/carovana_dei_ghiacciai_2026_legambiente_crisi_clima_grande_motte_francia-425537852/ (it), www.repubblica.it/green-and-blue/2026/09/07/news/carovana_ghiacci_legambiente_bilancio-425569638/ (it), www.ildolomiti.it/montagna/2026/la-sua-resistenza-comincia-a-vacillare-il-ghiacciaio-del-montasio-e-in-sofferenza-nella-parte-alta-una-grotta-scavata-della-pioggia-e-la-fusione-continua (it)