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Publikation

Wir Schwätzer im Treibhaus

Wir Schwätzer im Treibhaus
Erscheinungsjahr2009
Autor(en)Marcel Hänggi
VerlagRotpunktverlag
ErscheinungsortZürich
ISBN/ISSN978-3-85869-380-8
Sprachede
PreisCirca Fr. 34 / Euro 21,30
Seiten292
Ein sehr intelligentes Buch hat der Züricher Journalist Marcel Hänggi zur Klimapolitik geschrieben. Kann man bei der Buchstabenlawine zu diesem Thema überhaupt noch etwas Neues mitteilen? Man kann, wenn man ein unabhängiger und origineller Kopf wie Hänggi ist, der sich von Niemandem vereinnahmen lässt. Auch nicht von der Umweltbewegung. So kriegen denn alle der Reihe nach ein wenig den Kopf gewaschen. Die Klimaskeptiker mit ihrer ewigen Alles-halb-so-wild-Neurose, aber auch Al Gore oder Nicholas Stern, die neuen Pop-Stars der Klimapolitik oder die Emissionshandelsgläubigen. Hänggi wirft Gore vor allem Unehrlichkeit vor. Der »american way of life« stehe beim früheren US-Vizepräsidenten letztlich nicht zur Disposition, stattdessen verbreite er den irrigen Glauben, es könne im Prinzip auf unserem Planeten alles weiterlaufen wie bisher – nur mit erneuerbaren Energien, anderen Autos und mehr Effizienz, statt der Kohle-, Gas- und Öl-Orgie.
Das rein ökonomische Denken in vielen Berechnungen der Klimaschäden seziert der Autor mit klinischer Präzision. Dabei konfrontiert er uns mit den Feinheiten jener absurden Berechnungen, in denen ein Seeadler 12,4 Dollar wert ist, ein Buckelwal es auf 48 Dollar bringt und der Wert eines Afrikaners zehnmal niedriger taxiert wird als der eines Westeuropäers. Dabei ist Hänggi nie moralisch, er behält den kühl distanzierten Swing seiner Schreibe bis zum Schluss. Das Buch ist keineswegs schweizlastig, es zeichnet bei vielen Punkten des Klimawandels auch historische Linien nach und bringt viele neue Gedanken – eine höchst anregende, aktuelle Analyse der Klimapolitik. «Zeozwei. Magazin für Umwelt, Politik und Neue Wirtschaft» Nr. 3 (September) 2008