Zuhause verlassen, verbunden bleiben

Das Projekt OUT4INGOV widmete sich über eineinhalb Jahre lang dem Thema Jugendmigration in den Alpen und setzte in den drei Pilotregionen in Maribor/SI, Trentino/I und Vesoul/F innovative Massnahmen um. Den Abschluss macht eine Konferenz Mitte Juli 2026 in Frankreich.

Ein Jugendbeirat in Maribor, eine Kooperationsgruppe im Cembra-Tal und eine Datenanalyse zu Jugendmigration in Vesoul: Mit diesen inspirierenden Beispielen zeigte das Projekt, wie Jugendpolitik und regionale Entwicklung im Alpenraum konkret gestaltet werden können. «Auswandern kann sowohl positive Aspekte für die Region haben, in der junge Menschen ankommen als auch in der Region, aus der sie abwandern», meint Projektleiterin Hanna Öllös. «Vor allem, wenn sie mit ihrer Herkunftsregion in Verbindung bleiben und dort ihr neu erworbenes neues Wissen und ihre Fähigkeiten auch aus der Ferne einbringen können.» Mitte Juni 2026 teilten die Pilotregionen im Webinar «Leaving Home, Staying Connected: The Future of Alpine Living» ihre Erkenntnisse und diskutierten diese mit Jugendlichen aus dem Alpenraum. Bei der Abschlusskonferenz in Vesoul/F am 16. und 17. Juli präsentieren Projektpartner und Stakeholder die Ergebnisse.

Perspektiven junger Menschen

«Jugendarbeit funktioniert nur mit Beteiligung der Jugendlichen» sagt Ilayda aus der Türkei. Sie studiert in Maribor und ist im Projekt Teil eines Jugendbeirats. Wichtig sei, die Jugendlichen ernst zu nehmen, meint Ilayda: «Wenn sie Zeit und Aufwand investieren, wollen sie natürlich auch, dass sich etwas verändert». Steven stammt aus dem Cembra-Tal, wo viele junge Menschen abwandern. Er ist für seine Karriere von Italien nach Zürich ausgewandert und hat einen Tipp für Jugendliche, die ebenfalls weggehen wollen: «Es ist gut ins Ausland zu gehen, um eine andere Kultur und neue Orte kennen zu lernen. Aber denkt auch immer zurück an den Ort, an dem ihr aufgewachsen seid und haltet die Verbindung dorthin aufrecht.» Die Interviews mit den jungen Menschen aus dem Projekt können in der neuen Podcast Folge der Serie “Rethinking youth migration in the Alps“ angehört werden.