Überlasteter Planet

Wir leben auf Pump: Schon im Frühling brauchen die Alpenländer ihre jährlich verfügbaren Ressourcen auf. Der «Overshoot Day» rückt im Kalender immer weiter vor, doch es gibt Wege, das zu ändern.

Der Erdüberlastungstag (Earth Overshoot Day) wird jährlich vom Global Footprint Network berechnet. Er markiert jenen Tag, an dem die Menschheit die Ressourcen verbraucht hat, welche die Erde innerhalb eines Jahres regenerieren kann. Jedes Jahr rückt dieser Tag im Kalender weiter nach vor – und mit ihm auch die nationalen «Overshoot Days»: Österreich etwa hat bereits am 2. April seine Ressourcen aufgebraucht, Frankreich am 24. April, Italien am 3. Mai, Deutschland am 10. Mai, die Schweiz und Liechtenstein am 11. Mai. Jahr für Jahr steigt der Ressourcenhunger nach pflanzenbasierten Lebensmitteln und Fasern wie etwa Baumwolle bis hin zu tierischen Produkten, Holz oder Flächen für Infrastruktur und Siedlungen. Zusätzlich braucht es immer mehr Waldfläche, die das vorwiegend durch fossile Brennstoffe ausgestossene CO2 aufnimmt. Die Berechnungen zeigen, dass vor allem die Industrienationen über ihre Verhältnisse leben: Würden etwa alle Menschen so viele Ressourcen nutzen wie jene im kleinen Alpenland Österreich, wären vier Erden nötig.

Kleine Länder, grosser Beitrag 
Doch es gebe viele Hebel, um den Ressourcenverbrauch zu senken und damit den Erdüberlastungstag wieder nach hinten zu verschieben, meint Werner Pohl, Co-Präsident der SDG Allianz Liechtenstein: «Auch kleine Alpenländer wie Österreich, Schweiz, Slowenien oder Liechtenstein können einen essenziellen Beitrag leisten.»  Die SDG Allianz setzt sich für die Umsetzung der UN-Nachhaltigkeitsziele ein und verbindet zahlreiche Akteur:innen aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft, darunter auch die CIPRA. «Der Overshoot Day ist keine Angstmacherei, er soll einfach sensibilisieren und verdeutlichen: Es gibt nur diesen einen Planeten. Wir haben definitiv die Intelligenz, die heutigen Herausforderungen zu meistern», so Pohl. Etwa durch weniger Lebensmittelverschwendung, vermehrten Konsum lokaler Produkte, regenerative Bauwirtschaft, den Ausbau von Solar- und Windenergie, E-Mobilität und das Lernen von guten Beispielen aus anderen Ländern.

Podcastgespräch mit Werner Pohl:

 

Quellen und weiterführende Informationen:

www.derstandard.at/story/3000000314804/weltersch246pfungstag-214sterreich-hat-den-overshoot-day-erreicht (de), www.momentum-institut.at/news/weltueberlastungstag-am-2-april-ist-oesterreichs-ressourcen-budget-verbraucht/ (de), www.srf.ch/play/tv/10-vor-10/video/earth-overshoot-day-wie-nachhaltigeres-leben-aussehen-koennte?urn=urn%3Asrf%3Avideo%3A35f387c4-2a60-4e4a-a600-d3edc4244177 (de), https://pro.earth/2026/04/02/earth-overshoot-day-oesterreich-hat-heute-alle-natuerlichen-ressourcen-eines-jahres-verbraucht/ (de), www.earthday.it/6-maggio-overshoot-day-italiano/ (it), https://economiacircolare.com/overshoot-day-italia-2026/ (it),  www.ardalpha.de/wissen/umwelt/nachhaltigkeit/earth-overshoot-day-welterschoepfungstag-klima-oekologischer-fussabdruck-100.html (de),  https://grandparentsforclimate.eu/country-overshoot-day-2026/ (en)

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