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Stimmen für die Bienen

Die Biene wurde zum erfolgreichen Symbol des Artenschutz-Volksbegehrens in Bayern. © Volksbegehren Artenvielfalt

Das Insektensterben bewegt die Menschen. 1,7 Millionen Unterschriften für das Volksbegehren «Artenvielfalt» in Bayern/D zeugen davon. Auch im schweizerischen Thurgau formiert sich eine Initiative.

In Bayern/D haben mehr als 1,7 Millionen Menschen das Volksbegehren «Rettet die Bienen, Vögel und Schmetterlinge – stoppt das Artensterben» unterzeichnet. Dies entspricht 18,4 Prozent aller Wahlberechtigten. «Wir haben fest mit dem Erfolg gerechnet und sind doch überwältigt», sagt Agnes Becker, die Beauftragte des Volksbegehrens und Stellvertretende Vorsitzende der ÖDP Bayern. Der Auftrag der Bevölkerung an die Politik sei eindeutig: «Der Artenschutz muss in Zukunft verbindlich geregelt werden, und zwar gemeinsam mit der Landwirtschaft.» Gegenwind kommt vom Bayerischen Bauernverband. Die Landesregierung will bis zum Frühsommer 2019 ein Gesetz für Natur- und Artenschutz ausarbeiten.

Auch im Schweizer Kanton Thurgau formiert sich bereits eine Bürgerinitiative für mehr Artenvielfalt. Deren Ziel ist die gesetzliche Verankerung und Finanzierung einer kantonalen Biodiversitätsstrategie ähnlich jener des Kantons St. Gallen. Hinter der Initiative stehen die Grünen und Umweltverbände.

Alarmierender Bericht über Insektensterben

In den Alpen ist die Hälfte aller 600 dort vorkommenden Wildbienenarten bedroht. Weltweit werden laut der Zeitschrift «Biological Conservation» in den nächsten Jahrzehnten 40 Prozent aller Insektenarten aussterben. Schuld daran sind vor allem die intensive Landwirtschaft, der Pestizideinsatz und der Flächenverbrauch. Der Verlust von Artenvielfalt sei kein neues Phänomen, bestätigt auch der Biologe Stefan Kattari, «aber erst jetzt ist man soweit, dass man wirklich versteht, was es für uns bedeutet». Er gibt seit rund 17 Jahren im Achental/D sowohl Führungen als auch Vorträge dazu und sagt: «Bienenschutz ist immer auch Artenschutz.» Das Meiste, was Bienen zugutekommt, hilft auch einer breiten Palette von anderen Arten wie Vögeln, Reptilien, Amphibien oder Fischen – und den Menschen.

Projekt für Bienenschutz

Alpengemeinden aus Deutschland, Frankreich, Italien, Liechtenstein, Österreich, der Schweiz und Slowenien haben die Relevanz des Bienenschutzes erkannt. Sie setzen sich im 2018 gestarteten Projekt «BeeAware!» mit Massnahmen wie Blühstreifen, ökologischer Imkerei, Workshops, Ausstellungen oder der Renaturierung versiegelter Flächen für den Erhalt dieser wertvollen Pflanzenbestäuber und Honiglieferanten ein. Experten wie Stefan Kattari beraten sie dabei, auf beeaware.blog dokumentieren die Pilotgemeinden ihre Fortschritte. Das soll auch andere Gemeinden in den Alpen für den Bienen- und Insektenschutz motivieren.

Quellen und weiterführende Informationen:

http://beeaware.blog/aufruf-zur-rettung-der-bienen-in-bayern-ein-riesiger-erfolg/, https://volksbegehren-artenvielfalt.de/2019/02/14/die-bienen-haben-es-geschafft-erfolgreichstes-volksbegehren-der-geschichte-in-bayern/, https://orf.at/stories/3111089/, www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0006320718313636 (en), www.tagblatt.ch/ostschweiz/frauenfeld/thurgauer-volksinitiative-will-artenvielfalt-zum-bluehen-bringen-ld.1066084, http://beeaware.blog/bienenschutz-fuer-einsteiger/