Stärkere ökologische Leitplanken für die Standortförderung und die Tourismusstrategie

CIPRA Schweiz hat am 1. Juni ihre Stellungnahme zur Botschaft über die Standortförderung des Bundes 2028–2031 eingereicht. Das zentrale Element der Vernehmlassung ist für CIPRA Schweiz die neue langfristig ausgelegte Tourismusstrategie des Bundesrates. Sie ist die Grundlage für die Tourismuspolitik 2028–2031 und die Ausrichtung der touristischen Förderinstrumente des Bundes, wie zum Beispiel Innotour. Über Innotour wurden in der Vergangenheit Projekte von CIPRA Schweiz finanziert.

Der Tourismus zählt zu den wichtigsten Wirtschaftszweigen im Alpenraum. Wie kaum ein anderer Sektor ist der Tourismus auf intakte Landschaften, eine hohe Biodiversität und die Beschränkung des Klimawandels angewiesen. Aus Sicht von CIPRA Schweiz weist die neue Strategie in mehreren Bereichen in die richtige Richtung. Positiv bewertet CIPRA Schweiz insbesondere, dass der Bundesrat die Themen Klimaschutz und Overtourismus neu in die Strategie aufnimmt. Beide Entwicklungen gehören zu den zentralen Herausforderungen für den Tourismus in den Alpen.
 
Gleichzeitig bleibt die Vorlage hinter den Herausforderungen zurück. CIPRA Schweiz fordert insbesondere, die Standortförderung und die Tourismuspolitik des Bundes konsequent an Klima-, Biodiversitäts- und Landschaftszielen auszurichten. Fördergelder sollen an verbindliche ökologische Kriterien geknüpft und ihre Wirkung mit Umweltindikatoren überprüft werden. Zudem muss der Tourismussektor mehr Verantwortung für Auswirkungen durch touristische Mobilität und den Freizeitverkehr übernehmen.
 
Trotz der positiven Ansätze in der Tourismusstrategie lehnt CIPRA Schweiz die Vorlage in ihrer aktuellen Form ab. Die ökologischen Grundlagen müssen stärker berücksichtigt und entsprechende Anforderungen bei der Vergabe von Fördermitteln verbindlich verankert werden.