Jahresaktion Junges Forum: Wasser und Wildnis – warum wir Wiederherstellung brauchen
Wie können Flüsse, Moore und andere wertvolle Lebensräume in den Alpen wieder in einen naturnahen Zustand versetzt werden? Und welche Rolle spielt dabei die europäische Wiederherstellungsverordnung? Mit diesen Fragen beschäftigte sich die Jahresaktion 2026 der CIPRA Jugend unter dem Motto „Wasser und Wildnis – warum wir Wiederherstellung brauchen“. Gemeinsam mit jungen Engagierten aus verschiedenen Jugendverbänden ging es für ein Wochenende in die Ammergauer Alpen.
Nach einem ersten Kennenlernen stand zunächst die Wiederherstellungsverordnung (WVO) im Mittelpunkt. Gemeinsam wurden ihre Ziele, Chancen und ihre Bedeutung für den Alpenraum diskutiert. Schnell wurde deutlich: Die Wiederherstellung geschädigter Ökosysteme ist eine zentrale Aufgabe, wenn die biologische Vielfalt in den Alpen langfristig erhalten werden soll.
Der Höhepunkt des Wochenendes war die Exkursion ins Pulvermoos. Begleitet von Benedikt Faas, ehemaligem Mitglied des Jungen Forums und heute Naturschutzreferent im Landratsamt Garmisch-Partenkirchen, führte die Wanderung durch den Naturraum zwischen Ober- und Unterammergau. Unterwegs gab es spannende Einblicke in die Besonderheiten des Ammertals, seine vielfältigen Pflanzen- und Lebensräume sowie in die Renaturierung von Fluss- und Moorlandschaften.
Besonders eindrucksvoll war zu erleben, wie eng die verschiedenen Ökosysteme miteinander verknüpft sind. Die Exkursion machte deutlich, wie stark menschliche Eingriffe die Landschaft über Jahrzehnte verändert haben und wie anspruchsvoll es ist, natürliche Prozesse wiederherzustellen. Gleichzeitig wurde sichtbar, dass erfolgreiche Renaturierung nur gelingen kann, wenn sie den gesamten Naturraum in den Blick nimmt. Maßnahmen, die an einer Stelle sinnvoll erscheinen, können andernorts unbeabsichtigte Auswirkungen haben. Umso wichtiger sind fundiertes ökologisches Wissen, eine sorgfältige Planung und verbindliche rechtliche Rahmenbedingungen wie die Wiederherstellungsverordnung.
Mit vielen neuen Eindrücken, spannenden Diskussionen und einer Vielzahl neuer Ideen endete das Wochenende. Fest steht: Die Alpen bieten noch zahlreiche Orte und Themen, die es gemeinsam zu entdecken gibt – und die nächste Exkursion lässt hoffentlich nicht lange auf sich warten.