Bündnis „Rettet die Berge“ fordert wirksamen Alpenschutz mit prominenter Unterstützung von Spitzen-Alpinist Alexander Huber

Exkursion und Kundgebung in Oberstdorf: Das Bündnis „Rettet die Berge“ war am 16. Juni an der Scheidtobelbahn am Fellhorn bei Oberstdorf unterwegs, um uns vor Ort ein Bild von den aktuellen Baumaßnahmen zu machen – aber auch von den wunderschönen und schützenswerten Landschaften, Biotopen und Lebensräumen, die von den Eingriffen betroffen sind. Mit dabei Spitzen Alpinist Alexander Huber.

Bei der Begehung vor Ort an der ca. 35 Personen teilnahmen erläuterten Sabine Rösler vom Verein zum Schutz der Bergwelt (VzSB) sowie Irmela Fischer und Thomas Frey vom BUND Naturschutz die ökologisch besonders sensiblen Bereiche entlang des Projekts. Eindrücklich wurde deutlich, welche Auswirkungen die Maßnahmen auf wertvolle Lebensräume haben und wie bedeutend die dort vorkommenden Biotope und Vegetationstypen sind. Gerade jetzt, während die alpinen Flächen in voller Blüte stehen, wird der Unterschied zwischen technisch bearbeiteten Pistenflächen und einem natürlichen, über Jahrzehnte gewachsenen Ökosystem besonders sichtbar.

Die Exkursion machte auf die Folgen des Bayerischen 3. Modernisierungsgesetzes aufmerksam. Die Gesetzesänderung führt dazu, dass bei vielen Projekten keine ausreichende Prüfung der Umweltauswirkungen des Gesamtvorhabens mehr stattfindet und Alternativen nicht mehr umfassend betrachtet werden. Auch die Verbände werden nicht umfassend in die Projekte miteinbezogen. Dadurch droht ein schleichender Verlust wertvoller Natur- und Landschaftsräume.

Bei der anschließenden Kundgebung auf dem Bahnhofsplatz in Oberstdorf stellt Alexander Huber klar, dass es nicht darum gehe, notwendige Sanierungen von Bergbahnen zu verhindern. Vielmehr müsse sichergestellt werden, dass solche Vorhaben naturverträglich umgesetzt werden.

Außerdem verdeutlichen die Rednerinnen und Redner Sabine Rösler (VzSB), Michael Pröttel (Mountain Wilderness) und Michael Finger, Eva Lettenbauer (Bündnis 90/Die Grünen), Helmut Beran (LBV), Michael Thomas Frey (BUND Naturschutz) und Alexander Huber, wie wichtig der Schutz der Bergwelt ist und welche Auswirkungen das 3. Modernisierungsgesetz auf Natur und Landschaft haben kann. Ein zentrales Anliegen aller war die Forderung nach wirksamen Umweltverträglichkeitsprüfungen. Nur durch eine umfassende Prüfung der Auswirkungen eines Projekts und möglicher Alternativen könne sichergestellt werden, dass wertvolle Lebensräume dauerhaft erhalten bleiben.

Mit der Veranstaltung setzte das Bündnis „Rettet die Berge“ ein deutliches Zeichen gegen den weiteren Abbau von Naturschutzstandards und für den Erhalt der Alpen als einzigartigen Natur-, Lebens- und Erholungsraum und richtet “ und richtet einen klaren Appell an die Landespolitik: Der Naturschutz darf nicht weiter abgebaut werden. Die Schwellenwerte für Umweltverträglichkeitsprüfungen müssen wieder auf ein Niveau abgesenkt werden.